Die Hofheimer wollen Fragen stellen und ein offenes Klima des Austausches unterstützen.
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Die Hofheimer wollen Fragen stellen und ein offenes Klima des Austausches unterstützen.

Fairtrade in hofheim

Solidarische Stadt

Erster Fairtrade-Town im Main-Taunus-Kreis: Hofheim ist stolz auf die Auszeichnung. Sie hat „Mitstreiter gewonnen und Anstöße gegeben“.

Von Jöran Harders

Die Hofheimer Kommunalpolitiker setzen schon seit vielen Jahren ein kleines Zeichen gegen gedankenlosen Konsum: In den Sitzungen der städtischen Gremien wird ausschließlich Kaffee mit Fairtrade-Siegel getrunken. Denn genauso wie jeder Einzelne durch verantwortungsbewusstes Einkaufen die Lebensbedingungen der Menschen verbessern könne, die in Afrika, Asien oder Lateinamerika Kaffee, Bananen oder Zuckerrohr anbauen, sollten sich auch Städte für die Idee des „fairen Handels“ einsetzen, meint Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD).

Um nicht nur beim eigenen Kaffeekonsum ein gutes Gewissen haben zu können, sondern auch als Stadt Solidarität mit den Rohstoffproduzenten in den Schwellenländern zu demonstrieren, hat sich Hofheim Ende 2011 um den Titel Fairtrade-Stadt beworben. Seit 2012 darf die Kreisstadt sich offiziell mit diesem Titel schmücken. Seitdem habe die Stadt „noch stärker als zuvor auf den Kauf und die Verwendung fair gehandelter Produkte geachtet“ und auch „Dritte hierfür sensibilisiert und als Mitstreiter gewonnen“, bilanziert Bürgermeisterin Stang ein Jahr nach der Verleihung der Auszeichnung.

Offener Austausch

Die Auszeichnung als erste und bisher einzige Fairtrade-Town im Main-Taunus-Kreis“ sei „etwas Besonderes“. Eine solche Auszeichnung mache deutlich, „wie gut Zivilgesellschaft, Kirchen, Vereine, Lokale Agenda, Unternehmen und die Stadt zusammenarbeiten“, sagt Stang: „Wichtig ist, dass wir uns auf den Weg machen, Fragen stellen und ein offenes Klima des Austausches unterstützen.“ Eine zentrale Veranstaltung zum Thema war die „Faire Woche“ vom 14. bis 28. September, während der unter anderem die Ausstellung „Welt der Kulturen ? Burkina Faso zu Gast im Stadtmuseum“ zu sehen war.

Eigens für die Bewerbung um den Titel Fairtrade-Stadt wurde eine Lenkungsgruppe gebildet, die 2012 dreimal getagt und Aktivitäten zum „fairen Handel“ diskutiert hat. Mitglieder der Lenkungsgruppe haben in den Hofheimer Kinder- und Schülerparlamenten die Bedeutung von Fairtrade-Produkten erklärt. Unter dem Motto „Stand Up ? gegen Armut, für die UN-Millenniumsziele“ gab es am 5. Oktober vor dem Rathaus eine Veranstaltung, deren Programm Schüler des Montessori-Zentrums gestaltet haben. Seit Januar 2009 können sich Kommunen in Deutschland um den Titel „Fairtrade-Stadt“, “Fairtrade-Kreis“ oder „Fairtrade-Gemeinde“ bewerben. Mittlerweile gibt es bundesweit mehr als 130 Fairtrade-Towns.

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