Eschborn

Kein Neuanfang

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Der Prozess vor dem Frankfurter Landgericht, der mit der Verurteilung von Mathias Geiger endete, wird nicht zu einer Befriedung der Lager in Hessens reichster Stadt führen. Ein Kommentar.

Nein, der Prozess vor dem Frankfurter Landgericht, der einen speziellen Einblick in die „Eschborner Verhältnisse“ gewährte und mit der Verurteilung von Mathias Geiger wegen Geheimnisverrats endete, wird nicht zu einer Befriedung der verfeindeten Lager in Hessens reichster Stadt führen, wie Richter Jörn Immerschmitt gehofft hatte. Und er markiert auch keinen Neuanfang in der von schmutzigen Machtkämpfen und Intrigen geprägten Eschborner Lokalpolitik. 

Viel zu tief sind die Gräben zwischen jenen, die den bürgernahen FDP-Politiker trotz all seiner Spitzeleien im Rathaus am Ende doch irgendwie gut finden, und den anderen, die Geiger, der die CDU-Macht in der Heimatstadt von Ex-Ministerpräsident Roland Koch gebrochen hat, lieber heute als morgen los wären. Dabei gehen die Risse nicht nur durch die Reihen der Stadtverordneten. Auch im Publikum der Parlamentssitzung wechselten sich Buhrufe und Applaus ab. 

Mathias Geigers emotionale Abrechnung mit seinen Gegnern im Parlament mag zwar menschlich irgendwie verständlich sein, politisch klug war sie mit Sicherheit nicht. Und wenn CDU, SPD und Grüne am Tag nach dem gescheiterten Abwahlantrag ankündigen, sich für einen sachlichen politischen Stil einsetzen zu wollen, „im klaren Kontrast zu Geiger und seinen Unterstützern“, dann ist das auch nicht gerade ein Friedensangebot. Der nächste Konflikt ist also programmiert. 

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