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Videokamera auf dem Dach des Rathauses am Marktplatz, bald kommen viele weitere Kameras.

Schwalbach

17 Kameras auf dem Marktplatz

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Die Videoüberwachung im Limes-Einkaufszentrum in Schwalbach soll Ende Oktober fertig sein.

Es ist noch kein Jahr her, da sorgte der Marktplatz in Schwalbach immer wieder für Schlagzeilen: Jugendliche Randalierer attackierten die Polizei, in der verwinkelten Ladenzeile des Hochhauskomplexes Bunter Riese wurde mit Drogen gehandelt. Vandalismus und Krawalle im Limes-Einkaufszentrum hielten die Ordnungshüter in Atem. Sogar Polizeipräsident Stefan Müller schaltete sich ein.

Mittlerweile hat sich die Situation beruhigt. Der Grund ist ein Sicherheitspaket, das Polizei und Stadt im Spätsommer letzten Jahres geschnürt haben; ein Schutzmann läuft Streife. Außerdem ist Schwalbach eine der ersten Kommunen in Hessen, die beim Modellprojekt „Kompass“ mitmachen, das die Zusammenarbeit mit der Polizei forcieren soll.

Drei Kameras zur Videoüberwachung des Marktplatzes sind bereits installiert. Vom Rathausdach aus wird die freie Fläche zwischen dem Bürgerhaus und den Wohnblocks des Bunten Riesen überwacht, eine Kamera beobachtet den Parkplatz am Rewe-Markt, eine andere das Areal rund um den Busbahnhof. Die Bilder werden zur Polizeiwache in Eschborn übertragen wo Beamte rund um die Uhr das Geschehen in Schwalbach im Blick haben.

Jetzt wird die Videoüberwachung ausgeweitet. 17 Kameras werden in den nächsten Wochen vom unteren Marktplatz bis zum oberen Ende des Limes-Einkaufszentrums installiert, teilweise müssen Masten dafür aufgestellt werden, teilweise werden die Kameras an Gebäuden der Einkaufsstraße angebracht. Einige Geräte können im 360-Grad-Winkel filmen, andere sind starr montiert.

Ziel sei es, alle Winkel des Einkaufszentrums und des Marktplatzes mit Kameras zu überwachen, sagte Schwalbachs Bürgermeisterin Christiane Augsburger (SPD) gestern vor Journalisten. „Es geht nicht darum, dass wir wissen wollen, wer was einkauft. Wir möchten den Bürgern ein Gefühl von Sicherheit geben, damit sie gerne ins Limeszentrum kommen und sich hier wohlfühlen.“

Proteste gegen die Videoüberwachung habe es bislang keine gegeben, auch nicht von den Geschäftsleuten im Limeszentrum, sagte Augsburger.

Insgesamt kostet die Videoüberwachung für den Marktplatz rund 400 000 Euro. Den Großteil davon, 265 000 Euro, schießt das Land Hessen zu, den Rest übernimmt die Stadt. Der Zuschuss sei ein Vorteil der Teilnahme am Kompass-Programm, sagte Augsburger. Geplant hat die Videoanlage Dirk Herborn, die Arbeiten ausführen wird die Firma Limburger Sicherheitstechnik. Das Unternehmen hat auch schon die Überwachungsanlage auf dem Bahnhof im Limburg an der Lahn gebaut.

Zwei Kilometer Kabel müssten bis Ende Oktober verlegt werden, um die Kameras mit Strom zu versorgen und die aufgezeichneten Daten ins Rathaus und in die Polizeiwache nach Eschborn zu übertragen, erläuterte Dirk Herborn. Laufen werden die Kameras erst, nachdem der hessischen Datenschutzbeauftragte die Anlage abgenommen hat.

Auf einem Plan ist das Gelände, das überwacht werden soll mit einer roten Linie umrandet. Alles, was die Kameras außerhalb dieser Zone aufzeichneten, müsse verpixelt werden, erläuterte der stellvertretende Leiter der Polizeistation Eschborn, Andreas Dicke. Zehn bis zwölf Tage wird das Videomaterial gespeichert.

„Wenn uns Straftaten in diesem Zeitraum gemeldet werden, können wir auf die Aufzeichnungen zurückgreifen und im besten Fall den oder die Täter ermitteln“, sagt Andreas Dicke. Gefilmt werde in hoher Auflösung und mit eingebauter Zoom-Funktion. Damit es auch in den Abend- und Nachtstunden ausreichend hell ist, wird in den nächsten Wochen die marode Beleuchtung im Limeszentrum erneuert.

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