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Die neusten Pläne sehen schmale hohe Fenster für die Hofheimer Bücherei vor.

Hofheim

Bürger loben Bücherei-Neubau

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Architekten präsentieren die aktualisierten Pläne - Fassade nochmals umgestaltet.

Der Neubau der Stadtbücherei auf dem Kellereiplatz erregt seit Jahren die Gemüter in Hofheim. Als „zu wuchtig am Rande der Altstadt“ wurde das von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft (HWB) geplante Gebäudeensemble in der Vergangenheit häufig bezeichnet. Es gebe zu wenig Platz für die Bibliothek, mahnten Kritiker, zudem sei die Miete für die Stadt zu hoch. Jetzt scheint eine Lösung gefunden, mit der alle gut leben können. 

Das Darmstädter Architektenbüro Gottstein + Blumenstein präsentierte am Freitagabend bei einem Bürgerforum in der Stadthalle die aktuellen Entwürfe für die drei Gebäude, die an der Nordostseite des Kellereiplatzes errichtet werden sollen. Die Planer hatten den von der HWB ausgeschriebenen Wettbewerb mit einem kleinteiligen Entwurf gewonnen, der neben einem langgestreckten Gebäude an der Elisabethenstraße für die Taunus-Sparkasse ein eigenständiges Gebäude für die Stadtbücherei vorsieht sowie ein weiteres Gebäude an der Pfarrgasse, in dem neben Verwaltungsräumen auch Gewerbeflächen und Wohnungen unterkommen sollen. 

Erst vor kurzem entschieden Magistrat und Ältestenrat der Kreisstadt, dass auch das Stadtarchiv im Untergeschoss des Bücherei-Neubaus Platz finden soll – und zwar im Untergeschoss. Fünf Stellplätze in der Tiefgarage müssen dafür weichen. Von einer „tollen Entwicklung“ sprach die Ortsvorsteherin der Hofheimer Kernstadt, Elli Wagner (CDU), beim Bürgerforum. Es sei ein „Riesengewinn“, dass das Archiv in der Innenstadt bleibe und nicht, wie zunächst vorgesehen, in das ehemalige Feuerwehrgerätehaus im Stadtteil Diedenbergen umziehe. 

Applaus gab es auch dafür, dass die neue Hofheimer Bücherei künftig insgesamt rund 1000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung haben wird – und damit einiges mehr als zunächst geplant. 
Ausführlich beschäftigt haben sich die Architekten nochmals mit der Fassade des Ensembles, das künftig den Kellereiplatz prägen und eine Scharnierfunktion zwischen dem modernen Chinoncenter und der historischen Fachwerk-Altstadt haben wird. 

Geplant ist weiterhin ein Lesegarten

Vor wenigen Tagen noch sahen die Pläne nicht nur bodentiefe gläserne Erker vor, sondern darüberhinaus mehrere unterschiedlich große Fenster. Diese etwas unruhig wirkende Gestaltung gefiel nicht allen. Jetzt sollen die Räume der neuen Stadtbibliothek Tageslicht über schmale hohe Fensterreihen erhalten, die an Buchrücken erinnern. Geplant sei weiterhin, einen Lesegarten einzurichten mit einem abgetreppten, 1,5 Meter tiefen Atrium, berichtete Architekt Joachim Gottstein. Im Erdgeschoss der Bücherei wird es zudem ein Café geben, das ein Pächter betreiben soll. 

Für Skepsis sorgt weiterhin der Filialneubau der Taunus-Sparkasse. Das Geldinstitut ist der Ankermieter in dem Gebäudeensemble und damit aus finanzieller Sicht für die HWB unverzichtbar. Hofheim sei neben Bad Homburg und Frankfurt-Höchst einer der drei Dienstsitze der Taunus-Sparkasse, sagte Vorstandsmitglied Markus Franz beim Bürgerforum. „Wir wollen hier die Möglichkeit bieten, dass sich Kunden und Mitarbeiter in einem offenen Foyer begegnen.“

Auch Experten beispielsweise für Baufinanzierungen sollen künftig nach Hofheim geholt werden. 
Wie die Außenflächen zwischen den einzelnen Gebäudeteilen gestaltet werden, ist noch nicht im Detail entschieden. Dazu konnten die Bürger am Freitagabend in der Stadthalle Vorschläge machen. Barrierefreiheit, vielfältige Sitzgelegenheiten, einen Springbrunnen und eine Spielecke für Kinder wünschten sich die Teilnehmer, dazu Moos an den Wänden und Weinreben zur Begrünung sowie eine öffentliche Toilettenanlage und Bodenstrahler zur Beleuchtung. 

Durch die Umplanungen sind die Gesamtkosten für den Gebäudekomplex rund um die Stadtbücherei auf 12,1  Millionen Euro gestiegen. Die Mietkosten, die die Stadt für Bibliothek und Archiv zahlen muss, haben sich jedoch um ein Drittel auf knapp zehn Euro pro Quadratmeter im Monat reduziert. Die Kommune habe den Erbpachtzins, den die HWB für das Grundstück zahlen muss, von vier auf ortsübliche 2,5 Prozent gesenkt, erläuterte Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD). 

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