Bäume bleiben stehen

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Hofheim Noch kein Urteil zur Vorderheide

Die Jahrzehnte alten Obstbäume, die mit schwerem Gerät ausgegraben und in die Bauerlöcher Wiesen verpflanzt werden sollten, bleiben erst mal an ihrem angestammten Platz; es wird bis auf Weiteres kein Busch und kein Strauch gerodet auf den Streuobstwiesen am Fuße des Steinbergs, und auch in den nächsten Monaten wird nicht mit den Erschließungsarbeiten für das umstrittene Baugebiet Vorderheide II begonnen.

Der Grund: Der Verwaltungsgerichtshof in Kassel hat noch keine Entscheidung getroffen zum Eilantrag, den der Umweltverband BUND im Herbst 2011 gestellt hat. Zuvor hatten die Umweltschützer bereits Normenkontrollklage gegen den Bebauungsplan Vorderheide II erhoben und argumentiert, durch den Bau von Wohnhäusern gehe einer der ökologisch wertvollsten Streuobstbestände Hessens verloren.

Hinter den Kulissen haben sich die gegnerischen Parteien zwischenzeitlich an einen Tisch gesetzt. Vertreter der Stadt Hofheim, des Bundes für Umwelt und Naturschutz und des Vereins Lebenwertes Hofheim, der die Bebauung der Vorderheide verhindern will, kamen Ende 2011 zu einer Mediationsrunde beim Verwaltungsgerichtshof in Kassel zusammen, gingen jedoch ohne Ergebnis wieder auseinander.

Der Ball liege jetzt bei der Stadt Hofheim, bestätigte gestern Planungsstadtrat Wolfgang Winckler (SPD) auf FR-Anfrage. Nachdem die Kasseler Richter aufgrund des Eilantrags die Arbeiten in der Vorderheide stoppten, müsse nun die Antragsbegründung des BUND fachlich einwandfrei und sorgfältig beantwortet werden. „Da sind wir dran.“

Baubeginn verzögert sich

Geklärt werden soll auch, ob eventuell andere Arbeiten vorgezogen werden können – das Aufhängen von Nistkästen zum Beispiel oder die Umsiedlung von Tierpopulationen. Die geplante Verpflanzung von drei Dutzend alten Obstbäumen werde definitiv erst mal nicht stattfinden, sagte Winckler. Diese Arbeiten dürften nur bis zum 1. März und danach erst wieder im Herbst erledigt werden.

Die Bebauung der Vorderheide wird sich also um mindestens ein halbes Jahr verzögern. Wolfgang Winckler sieht es gelassen: „Wir leben in einem Rechtsstaat, da müssen wir uns an die Spielregeln halten.“

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