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Sozialstationen schneiden gut ab

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Vier Pflegedienste aus dem Main-Taunus-Kreis erzielen überdurchschnittliche Ergebnisse bei einer bundesweiten Prüfung des medizinischen Dienstes der Krankenkassen

Von Claudia Horkheimer

Man kennt ja diese Medienberichte: Alte, hilflose Menschen werden im Minutentakt gewaschen, angezogen und kriegen ihr aufgewärmtes Mittagessen hingestellt, dann ist der ambulante Pflegedienst schon wieder fast aus der Tür. Doch wie sieht es nun wirklich mit der Qualität von Pflegeeinrichtungen aus?

Der medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) prüft seit 2008 solche Einrichtungen. Kürzlich tauchten die Prüfer unangemeldet auch in der Sozialstation des sozialtherapeutischen Drehpunkts in Hofheim auf. Einen ganzen Tag lang schauten die zwei MDK-Mitarbeiter hinter die Kulissen der Einrichtung und wählten nach dem Zufallsprinzip Klienten aus, die sie nach ihrer Zufriedenheit befragten. Zum Beispiel danach, ob alle ihre Vorlieben bedacht würden; aber auch wie der Pflegezustand des Versicherten oder ob der Pflegedienst ständig erreichbar sei.

Das Gesamturteil der Überprüfung ergab für die Sozialstation die Note 1,4. Damit liegt die Pflegeeinrichtung über dem hessenweiten Durchschnitt von 1,9. Besser abgeschnitten haben im Main-Taunus-Kreis bislang nur die Ökumenische Diakonie-Station Vortaunus in Bad Soden (Note 1,1), die Caritas-Diakonie Sozialstation Flörsheim-Hochheim (1,2), die Evangelische Kirchengemeinde Kelkheim (1,3) und der Ambulanter Pflegedienst 'Lilie' Nada Nagel in Eppstein (1,3).

Dennoch ist die Freude bei den Hofheimern groß. „Es ist eine unheimliche Ermutigung für das ganze Team“, sagte Sozialstationsleiterin Beate Stephanides der FR. Dass es „nur“ eine 1,4 geworden sei, liege daran, dass es Kritikpunkte im Bereich Organisation und Verwaltung gab. Es habe den Prüfern eine Stellenbeschreibung ihrer eigenen Position gefehlt. Laut dem 200 Seiten starken Prüfbericht erhielt der Verein in der medizinischen und der grundpflegerischen Versorgung nämlich sehr gute Zensuren.

Die Bewertungen sollen es Angehörigen und Pflegebedürftigen leichter machen, die Anbieter miteinander zu vergleichen. Bis 2010 sollten alle Einrichtungen geprüft sein, dies ist laut Stephanides allerdings nicht abgeschlossen worden. Ihre Stellenbeschreibung will sie jetzt natürlich nachreichen. Für sie sei jedoch wichtiger, dass die Verwaltung funktioniere.

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