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Wie stark wird der „Nah-und-Gut“-Laden unter der Konkurrenz leiden? Die Meinungen gehen auseinander.
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Wie stark wird der „Nah-und-Gut“-Laden unter der Konkurrenz leiden? Die Meinungen gehen auseinander.

Eppstein

Sorgen um die Altstadt

  • Kerstin Klamroth
    VonKerstin Klamroth
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Wie sehr werden die Geschäfte unter der Ansiedlung eines großen Supermarktes in der Nähe leiden?

Wer in der Eppsteiner Altstadt bummelt, findet dort eine Bäckerei mit Café, einen Feinkostladen mit Partyservice und den kleinen Lebensmittelladen „Nah und Gut“, in dem man vom Haarshampoo über frisches Obst bis hin zu Käse und Wurst alles für den Alltagsbedarf kaufen kann. Wie sehr werden die Geschäfte unter der Ansiedlung eines großen Supermarktes in der Nähe leiden? Über diese Frage gehen die Meinungen in der Burgstadt auseinander.

Für „weit überzogen“ hält Berthold Gruber, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion, die Behauptung, die Eppsteiner Altstadt stehe vor der Verödung. Die meisten der 16 Betriebe in der Altstadt (fünf Läden stehen leer), seien Dienstleister, es gebe Arztpraxen, Banken, Friseure, Versicherungen, ein Reisebüro, einen Buchladen, einen Blumenladen und eine Apotheke. „Die wären von einem Supermarkt nicht oder nur wenig betroffen“, meint Gruber.

Zu Fuß einkaufen

Wie berichtet, soll an der Staufenstraße ein Edeka-Supermarkt mit einer Fläche von 1500 Quadratmetern entstehen. Kritiker befürchten, dass dadurch die Geschäfte in der Altstadt Umsatzeinbußen zu verzeichnen hätten. Vor allem der 70 Quadratmeter große Laden „Nah und Gut“, den Klaus Schulschenk in der Burgstraße 28 a betreibt, könnte Kunden verlieren, so legt es ein Gutachten nahe, das der Konkurrent Rewe unlängst präsentiert hat.

Dies sieht CDU-Stadtrat Jürgen Heine allerdings nicht als gegeben an: „Wer heute dort zu Fuß einkauft, wird es bei guter Kundenbindung auch weiter tun; mit dem Auto fährt niemand in die Altstadt zum Einkaufen.“ Die CDU will prüfen lassen, ob das Geschäft in der Altstadt, das auch zum Edeka-Konzern gehört, mit dem Vollsortimenter an der Staufenstraße künftig zusammenarbeiten kann. Möglich sei dies etwa bei der Kundenbelieferung.

„Nah und Gut“ wird von Schulschenk seit mehr als neun Jahren in der Altstadt betrieben, in den Jahren davor war es ein Spar-Markt. Das Geschäft beherbergt auch die Poststelle. Nach Ansicht von Stadtverordnetenvorsteher Bernhard Heinz (CDU) wird sich die Situation für den Laden in der Altstadt verbessern, wenn auf dem benachbarten Gelände der katholischen Kirchengemeinde Altenwohnungen gebaut werden. Im Rahmen des Bauprojekts sollen dort 20 öffentliche Parkplätze entstehen. Derzeit gibt es in der Altstadt nur wenig Parkraum.

Einen „Erlebnisbereich“ will der FWG-Stadtverordnete Bernd Fuchs vom Bahnhof über die Burgstraße bis zum geplanten Lebensmittelmarkt schaffen. Eine Arbeitsgruppe soll Vorschläge erarbeiten. Fuchs hat zudem einen alternativen Plan mit „komprimierter Flächennutzung und einer Grünanlage mit Teich“ bei der Stadt eingereicht.

Dieter Falk (SPD) bestreitet nicht, dass seine Fraktion dem Edeka-Projekt anfänglich zugestimmt hat: „Ich sehe mich nicht als Verhinderer.“ Die SPD habe eine Offenlegung des Bauleitverfahrens erreichen wollen, damit die Bürger angehört werden können. Die Planungen müssten jedoch überarbeitet werden, um die Anwohner besser zu schützen“, fordert Falk jetzt. Und ob die von Edeka vorgestellten Architektur-Beispiele im Bunker- und Tankstellendesign ins Fischbachtal passten, sei zu bezweifeln.

Falk hatte, unterstützt von den Genossen Gerhard Vaupel und Jürgen Kath, an der Kreuzung zur Staufenstraße seine eigenen Messungen des Verkehrslärms durchgeführt und dabei Abweichungen zu den offiziellen Gutachten festgestellt. Das Verkehrsgutachten des Ingenieurbüros Zick-Heßler und die Verkehrslärmstudie des Ingenieurbüros für Bauphysik seien von Edeka bezahlt worden.

„Das ist üblich“, stellt dazu Bürgermeister Alexander Simon fest. Die Kosten des Bauleitverfahrens müsse nicht die öffentliche Hand tragen. Deshalb habe die interessierte Firma Edeka ein Planungsbüro beauftragt, „welches sich natürlich mit uns abzustimmen hat“. Wichtig sei zum einen, dass der Stadt Eppstein keine Planungskosten entstehen und auf der anderen Seite inhaltlich korrekte und objektive Gutachten geliefert werden. „Beides ist der Fall“, so Simon.

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