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Sorge um Lorsbacher Lädchen

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Von: Andrea Rost

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Orhan Yildirim betreibt in Lorsbach einen Nahkauf-Laden.
Orhan Yildirim betreibt in Lorsbach einen Nahkauf-Laden. © Renate Hoyer

Die Stadt Hofheim will trotzdem nichts gegen neuen Edeka-Markt in Eppstein unternehmen.

In die Debatte um den geplanten Edeka-Supermarkt in Eppstein will sich die Stadt Hofheim nicht einmischen. Dies sei eine Angelegenheit konkurrierender Unternehmen heißt es in einem Brief, den der Magistrat an Rewe-Manager Axel Kittler geschickt hat. Dieser möchte für seinen Konzern mit aller Macht verhindern, dass Konkurrent Edeka einen 1500 Quadratmeter großen Supermarkt an der Staufenstraße eröffnet.

Anders als die in unmittelbarer Nähe zur Hofheimer Stadtgrenze gelegene Märkte an der Landesstraße L 3011 in Kriftel lasse das Eppsteiner Vorhaben „keine schädlichen Auswirkungen auf die Hofheimer Innenstadt und deren zentrale Versorgung vermuten“, heißt es in dem Schreiben. Deshalb habe Hofheim auch keine Einwände dagegen erhoben.

Im Stadtteil Lorsbach haben die lokalen Politiker für diese Einschätzung wenig Verständnis. Sie befürchte, dass der neue Edeka- Markt die kleinen Einzelhandelsstrukturen rundum platt mache, sagte Petra Gottschalk (Bürger für Hofheim) der Frankfurter Rundschau. Bedroht seien nicht nur das Feinkostgeschäft in der Eppsteiner Altstadt, sondern auch der Laden von Klaus Schulschenk in Bremthal und der Rewe-Nahkauf, den Orhan Yildirim in Lorsbach betreibt.

Der 400 Quadratmeter große Markt am Bahnhof habe schon ein paar Mal gewackelt, „weil die Lorsbacher zum Einkaufen wegfahren“, weiß Petra Gottschalk. Wenn Yildirim nun auch nur weitere zehn Prozent seiner Kundschaft an Edeka verliere, könne er nicht überleben. „In Wildsachsen und Langenhain gibt es schon keine Nahversorgung mehr, da kann man doch nicht zulassen, dass auch Lorsbach abgeschossen wird“, hat Gottschalk kein Verständnis für die Haltung der Stadt.

Kritik kommt auch von Bernd Hausmann. Es sei die „verdammte Pflicht und Schuldigkeit des Magistrates, die wohnortnahe Grundversorgung zu sichern – nicht nur in der Innenstadt, sondern auch in den Ortsteilen“, findet der Linken-Vertreter und ist überzeugt: Der Edeka-Markt sei für die Eppsteiner Altstadt um ein Vielfaches übedimensioniert und werde dem Nahkauf in Lorsbach endgültig das Genick brechen.

Kein Vergleich mit Kriftel

Im Hofheimer Rathaus hat man für derlei Einlassungen der Lorsbacher Kommunalpolitiker wenig Verständnis. Stadtrat und Baudezernent Wolfgang Winckler (SPD) erinnert daran, dass im Regionalen Flächennutzungsplan die Ansiedlung eines Vollversorgers mit einer Fläche von bis zu 1500 Quadratmetern in der Eppsteiner Altstadt vorgesehen sei. Das ursprünglich auf dem Gelände der Stanniolfabrik geplante Vorhaben sei nach der Entscheidung, dass das Unternehmen nicht ins Gewerbegebiet zieht, lediglich auf die andere Straßenseite verlegt worden. Im übrigen könnte die Stadt Hofheim Eppstein dieses Vorhaben auch schlecht verbieten, mit der Begründung, den Einzelhandel innerhalb der eigenen Stadtgrenzen retten zu wollen. „Wenn die Lorsbacher ihren Laden behalten wollen, sollen sie dort einkaufen“, empfiehlt Winckler.

Mit der Situation in Kriftel, wo Hofheim mehrfach gegen die Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel vorgegangen war, lasse sich das Projekt in Eppstein nicht vergleichen. Dort werde der neue Edeka-Markt innerorts errichtet. In Kriftel lägen die Märkte hingegen außerhalb des Zentrums an der Landesstraße.

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