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Alois Kottmann.
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Alois Kottmann.

Main-Taunus

Singen mit dem Instrument

Alois Kottmann, der gerade seinen 85. Geburtstag feierte, hat das Musikleben im Kreis geprägt. Ins Leben gerufen hat er etwa vor 35 Jahren die Reihe der Gallus-Konzerte in der Flörsheimer Barockkirche oder die Internationalen Musiktage in Hofheim,

Von Jöran Harders

Seinen Überzeugungen ist Alois Kottmann treu geblieben. Erst im fortgeschrittenen Alter habe er es aber gelernt, auch andere Meinungen zu akzeptieren, gesteht der Geiger ein. „Früher hatte ich immer recht, heute erlaube ich mir, mich auch mal zu irren“, sagt der Hofheimer, der gerade seinen 85. Geburtstag gefeiert hat. Kottmann, der seine Instrumentalausbildung an der Frankfurter Musikhochschule „im Geiste von Carl Flesch“ erhielt, wie er erzählt, hat das Musikleben im Main-Taunus-Kreis entscheidend mitgeprägt.

Ins Leben gerufen hat er etwa vor 35 Jahren die Reihe der Gallus-Konzerte in der Flörsheimer Barockkirche oder die Internationalen Musiktage in Hofheim, in deren Rahmen seit 2001 der nach ihm benannte Alois-Kottmann-Musikpreis verliehen wird. Mit diesem Preis für „klassisches sangliches Violinspiel“ will Kottmann „Musiker mit Persönlichkeit“ fördern.

Denn der Geiger, dessen erklärtes künstlerisches Motto „Selbstaufgabe (im Sinne von Dienst an der Musik) anstatt Selbstdarstellung (im Sinne von Virtuosentum) lautet, ist davon überzeugt, dass im professionellen Musikbetrieb der Gegenwart eine vordergründige Perfektion oft zu sehr im Mittelpunkt steht.

Konzertreihe und Musikpreis

„Wenn ich beispielsweise eine Partita von Bach spiele, dann geht es mir nicht um die äußere Wirkung, sondern um die Ästhetik des Klangs“, so Kottmann. Als Maßstab seiner eigenen Interpretationen diene ihm daher nicht sein eigenes Ego, sondern die Musik selbst: „Ich übe solange, bis ich alle technischen Schwierigkeiten eines Musikstücks beherrsche, und spiele dann genau das, was in den Noten steht.“ Das klinge dann oft radikal anders als bei anderen Interpreten. „Damit habe ich mir unter Kollegen und Kritikern auch Feinde gemacht“, stellt Kottmann fest.

Auch, was seine persönlichen Ansichten angeht, habe er das Fähnchen nie nach dem Wind gedreht. So hat er – letztendlich mit Erfolg – für den Erhalt der Eigenständigkeit des traditionsreichen Dr. Hoch’schen Konservatoriums in Frankfurt gekämpft, als dieses mit der Musikschule zusammengelegt werden sollte. Und obwohl Alois Kottmann sowohl am Konservatorium als auch an der Hochschule unzählige junge Geiger unterrichtet hat, um „den Schatz und Reichtum der Musik an die nächste Generation weiterzugeben“, sieht er sich dennoch erst in zweiter Linie als Pädagoge und Musikförderer. „Zuallererst bin ich Geiger. Meine Interpretationen sind mein Lebenswerk“, sagt er.

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