Eschborn

Mit dem Shuttle ins Eschborner Gewerbegebiet

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CDU-Bürgermeisterkandidat Adnan Shaikh wirbt für einen Pendlerparkplatz an der Autobahnraststätte Taunusblick. Busse oder eine Seilbahn könnten die Pendler dann an ihren Arbeitsplatz in Eschborn bringen.

Das morgendliche Verkehrschaos rund um die Eschborner Gewerbegebiete ist programmiert, wenn Zehntausende Einpendler zu ihren Arbeitsplätzen streben, viele davon mit dem Auto. Zügig müsse die Sossenheimer Straße verbreitert und der Bau einer Abfahrt von der Autobahn direkt ins Gewerbegebiet Süd vorangetrieben werden, fordert Bürgermeisterkandidat Adnan Shaikh (CDU) in seinem Wahlprogramm, das er gestern vorgelegt hat. Der Christdemokrat greift darin auch eine Idee auf, die unter anderen Regionalverbandsdirektor Thomas Horn (CDU) zur Sprache gebracht hatte. Parkplätze für Pendler könnten an Fernstraßen geschaffen werden, um die innerstädtische Rush-Hour zu entlasten, sagte Shaikh gestern vor Journalisten und präzisierte auf Nachfrage: Etwa auf dem Rastplatz Taunushöhe an der Autobahn A5, der auf Eschborner Gemarkung liegt, könnte zusätzlicher Parkraum geschaffen werden. Busse oder am Ende auch eine Seilbahn könnten Pendler dann in die Eschborner Gewerbegebiete bringen.

Shaikhs Wahlprogramm ist 30 Seiten stark und es lässt keines der Themen aus, die zurzeit politisch in der Stadt diskutiert werden: Lebensqualität im Alter und Angebote für Kinder und Jugendliche, Sicherheit und Ordnung, Naturschutz und Klima, Ehrenamt und Vereine. Ein eigenes Kapitel widmet Shaikh dem Thema „Smart City“. Über eine Stabsstelle Digitalisierung im Rathaus will er als Bürgermeister unter anderem Straßenbeleuchtung, Müllentsorgung und Verkehrsleitsysteme in Eschborn bedarfsgerecht steuern lassen und ein multimedial erreichbares Bürgerbüro gründen. Weil auch in Eschborn bezahlbare Wohnungen knapp sind, müssten Möglichkeiten der Nachverdichtung in den bestehenden Wohnvierteln geprüft werden, sagte Shaikh. Außerdem sollen Bürger, die sich ehrenamtlich engagieren, über ein „Eschborn-Wohnbonus-System“ bei der Vergabe von Wohnungen oder dem Kauf von Grundstücken profitieren.

Am Ende werde wohl nicht ein einzelnes Thema den Ausschlag geben über Sieg oder Niederlage bei der Bürgermeisterwahl, ist Shaikh überzeugt, sondern die Person des Bewerbers. Der 46-Jährige sieht sich diesbezüglich gut gerüstet: „Ich bin ein Mensch aus der Mitte der Gesellschaft, kann zuhören und auf Augenhöhe mit den Bürgern reden. Als Schulleiter habe er zusammen mit seinem Team dafür gesorgt, dass die Eschborner Heinrich-von-Kleist-Schule einen großen Schritt vorangekommen sei. Jetzt will ich als Bürgermeister in der Stadt, in der ich seit 20 Jahren lebe, Verantwortung übernehmen“, sagte Shaikh.

Dass sein Wahlprogramm „Eschborn kann mehr“ überschrieben ist und die Linken bereits für sich reklamiert haben, mit diesem Slogan schon 2007 geworben zu haben, sieht Adnan Shaikh nicht als Makel. „Es gibt eine Menge Slogans, die immer wieder verwendet werden, das ist nichts Besonderes“, findet er.

Mit keinem Wort erwähnte Shaikh gestern seinen Kontrahenten, Amtsinhaber Mathias Geiger. Der Liberale, der Ende letzten Jahres wegen Geheimnisverrats zu einer Geldstrafe verurteilt wurde, tritt erneut als unabhängiger Kandidat zur Bürgermeisterwahl an. Diesem Umstand hat Adnan Shaikh es unter anderem zu verdanken, dass sich neben der CDU auch SPD und Grüne hinter ihm versammelt haben. Alle drei Parteien wollen „einen Neustart“ in Eschborn ohne Mathias Geiger, wie sie mehrfach betont haben.

Auf ihren Wahlwerbeplakaten weisen Soaldemokraten und Grüne nicht darauf hin, dass Shaikh Christdemokrat ist. Dass dies bei den Wählern für Verwirrung sorgen könnte, glauben sie nicht. „Mit Adnan Shaikh verbinden uns gemeinsame Themen, das steht im Vordergrund, nicht die Partei“, sagt SPD-Fraktionschef Bernhard Veeck.

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