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Noch wird gebaut, doch die ersten Bewohner sollen bald in der Seniorenimmobilie einziehen.
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Noch wird gebaut, doch die ersten Bewohner sollen bald in der Seniorenimmobilie einziehen.

Eschborn

Seniorenimmobilie eingeweiht

  • Torsten Weigelt
    VonTorsten Weigelt
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Die ersten Bewohner könnten „zeitnah“ einziehen, kündigt Claus Marzluf vom Bauträger MMZ an. Das Pflegeheim und die beiden Gebäude mit Servicewohnungen bieten Platz für 75 Menschen.

Noch muss man über Schotter zu den Gebäuden stapfen und die neuen Wohnungen sind noch für die Öffentlichkeit gesperrt. „Versicherungs- und Gewährleistungsfragen“ seien dafür verantwortlich, teilte Bürgermeister Mathias Geiger (FDP) mit. Dennoch hat er die Seniorenimmobilie in Niederhöchstadt gestern offiziell eingeweiht.

Die ersten Bewohner könnten „zeitnah“ einziehen, kündigte Claus Marzluf vom Bauträger MMZ an. Die Gestaltung der drei Gebäude sei mit dem Denkmalschutz abgestimmt und orientiere sich an den umliegenden Hofreiten, die das Ortsbild von Niederhöchstadt prägen.

Das Pflegeheim und die beiden Gebäude mit Servicewohnungen bieten Platz für 75 Menschen. „Das Interesse ist groß“, teilte Rathauschef Geiger mit, „Wir haben eine gut gefüllte Warteliste.“ Geiger zeigte sich optimistisch, dass in den kommenden Jahren ähnliche Objekte in Eschborn entstehen werden. An der Rapp-Kreuzung am Eschborner Ortseingang ist eine zweite Seniorenimmobilie bereits in Planung. Und er könne sich auch gut eine weitere Einrichtung auf dem jetzigen Areal von Feuerwehr und ASB an der Unterortstraße vorstellen.

Zweifel am Standort

Geiger wies darauf hin, dass er als Erster Stadtrat Zweifel am Standort für Niederhöchstädter Seniorenimmobilie geäußert hatte. Nun müsse er sich als Bürgermeister „mit rechtlichen Problemen und finanziellen Folgen für unsere Stadt herumärgern, die von anderen hinterlassen wurden.“

Damit spielte er auf die juristischen Auseinandersetzungen an, die Stadtrat Heinz Christoph (FDP) gegen den Bebauungsplan und die Baugenehmigung für die Seniorenimmobilie angestrengt hat. Christoph besitzt auf dem Nachbargrundstück ein Mietshaus. Er moniert, dass der Neubau zu nah an der Grundstücksgrenze steht und sein Eigentum dadurch verschattet wird.

Jüngst musste er vor Gericht jedoch eine Niederlage einstecken. Das Verwaltungsgericht Frankfurt habe seine Anfechtung der Baugenehmigung durch den Main-Taunus-Kreis zurückgewiesen, teilte Christophs Anwalt Rafael Wiegelmann auf Anfrage der FR mit. Er habe nun Widerspruch eingelegt, um eine Berufung zu erreichen.

Zuvor hatte der hessische Verwaltungsgerichtshof allerdings für einen Paukenschlag gesorgt und den Bebauungsplan für die Seniorenimmobilie für unwirksam erklärt. Der VGH moniert vor allem, dass der Bebauungsplan das Areal zwischen Haupt- und Gartenstraße als Mischgebiet deklariert, aber faktisch fast ausschließlich Wohnbebauung zulässt. Das sei ein „Etikettenschwindel“, so die Verwaltungsrichter.

Verantwortlich dafür waren der frühere Bürgermeister Wilhelm Speckhardt (CDU) und die schwarz-grüne Koalition. Trotz Kritik aus der Opposition und rechtlicher Bedenken hatten sie den Bebauungsplan seinerzeit beschlossen. Nun müssen die Juristen im Rathaus prüfen, wie die Stadt mit dem Dilemma umgehen soll.

Sorgen, dass die gerade frisch errichteten Gebäude demnächst wieder abgerissen werden, muss sich wohl niemand machen. Das sieht auch Rafael Wiegelmann so. Fest steht allerdings, dass der fehlerhafte Bebauungsplan die Stadt reichlich Geld gekostet hat. Die Rede ist von 200 000 Euro.

Seniorendezernentin Christa Kern (CDU) lobte dennoch den früheren Bürgermeister Speckhardt für seinen Einsatz. „Wir wollten kein Ghetto auf der grünen Wiese“, sagte sie, „sondern eine kleine, feine Senioreneinrichtung.“

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