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Mario Kleber ist Spitzenkandidat der WG Wallau.
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Mario Kleber ist Spitzenkandidat der WG Wallau.

Hofheim

Selbstbestimmung für Wallau

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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Die Wählergemeinschaft tritt am 6. März erstmals an. 16 Kandidaten stehen auf der Bewerberliste fürs Parlament. Mindestens einer soll den Sprung schaffen.

Als Zuhörer waren Wallauer Bürger in letzter Zeit häufig in der Stadtverordnetenversammlung. Auch in Ausschüsse kamen sie, wenn Wallauer Themen auf der Tagesordnung standen. Rederecht hatten sie da wie dort keines. Das soll sich in Zukunft ändern. Die Wählergemeinschaft Wallau (WGW) tritt erstmals zur Kommunalwahl am 6. März an, 16 Kandidaten stehen auf der Bewerberliste. Mindestens einer von ihnen soll die Interessen des Hofheimer Stadtteils künftig im Parlament vertreten. Wenn nur 15 Prozent der Wallauer Wahlberechtigten ihr Kreuz bei der WGW machen, sollte das auch klappen.

Spitzenkandidat der Wählergemeinschaft ist Mario Kleber. Der 45-jährige IT-Projektleiter hat den Verein 2013 zusammen mit Alexander Huiskes gegründet. Der Disput um Sanierung oder Neubau der Ländcheshalle kochte damals hoch. „Wir haben uns dafür stark gemacht, dass das Raumangebot für die Wallauer Sportler erhalten bleibt“, sagt Kleber. Aus dem Rathaus habe es aber stets geheißen: „Ihr habt keine demokratische Legitimation, solche Forderungen zu stellen.“

Mit ihrer Kandidatur bei der Kommunalwahl will die WGW eben diese Legitimation erwerben und dafür sorgen, dass die Interessen Wallaus, das mit Ikea den größten Gewerbesteuerzahler der Kreisstadt beherbergt, entsprechend berücksichtigt werden. „Von den Parlamentariern fühlen wir uns schlecht vertreten“, sagt Mario Kleber. Und die Stadt Hofheim habe seit 1977 kaum mehr für Wallau getan als laut Eingemeindungsvertrag verpflichtend sei.

„Die Infrastruktur ist alt, die Schule stammt aus den 1960er Jahren, Turnhalle, Ländcheshalle und Sportplatz aus den 1970er Jahren“, berichtet Kleber. Während in der Kernstadt viel Geld etwa in das kommunale Kino, das Wasserschloss, Parkplätze oder das Hotel am Rosenberg gesteckt wurde, sei die letzte große Investition in Wallau die Einrichtung der Kita Regenbogen vor 20 Jahren gewesen.

Dass sich Stadt und Main-Taunus-Kreis vor Jahreswende doch noch auf einen gemeinsam finanzierten Neubau der Ländcheshalle einigten, wertet Kleber als Teilerfolg. Noch sei nicht klar, wie die im Hofheimer Haushalt klaffende Finanzierungslücke von 800 000 Euro geschlossen werden solle. Und das Raumangebot in dem Neubau sei auch nicht mit dem aktuellen vergleichbar.

Die knapp 70 Unterstützerunterschriften für die Kandidatur der WGW bei der Kommunalwahl hatten Mario Kleber und seine Mitstreiter schnell beisammen. Dass in Wallau, in dem mehr als 4700 Menschen leben, Potenzial für eine Gruppierung ist, die die lokalen Interessen vertritt, zeigten auch die 1000 Unterschriften, die die WGW jüngst für ihre Forderung, den Festplatz nicht mit Sozialwohnungen zu bebauen, binnen weniger Tage sammelte.

„Für uns wird das Wahlergebnis eine Standortbestimmung sein. Wir wissen dann, ob wir nur ein paar wenige Spinner sind oder die Meinung von vielen vertreten“, sagt Mario Kleber. Der Wallauer Ortsbeirat, für den die WGW ebenfalls Kandidaten ins Rennen schickt, solle mehr Entscheidungsbefugnis und ein eigenes Budget haben, fordert die WGW in ihrem Wahlprogramm. „Wir woll uns nicht länger wie das fünfte Rad am Wagen behandeln lassen“, heißt es in dem Papier, das auch die langfristige Leitidee der Wählergemeinschaft nennt: Die Wiederherstellung der politischen Unabhängigkeit der Gemeinde Wallau am Taunus.

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