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Schwarze Hochburg

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Im Main-Taunus-Wahlkreis sind diesmal 195.000 Menschen aufgerufen zu wählen.
Im Main-Taunus-Wahlkreis sind diesmal 195.000 Menschen aufgerufen zu wählen. © Michael Schick

Heinz Riesenhuber von der CDU gilt als Favorit. Dennoch dürften sich auch drei seiner Konkurrenten Chancen auf ein Mandat ausrechnen.Von Claudia Horkheimer

Von CLAUDIA HORKHEIMER

Der Wahlkreis 181 (ehemals 182) mitten im Speckgürtel Frankfurts, umgeben von saftigen Hügeln und malerischen Obstwiesen, gilt als schwarze Hochburg. Auch wenn die CDU bei der vergangenen Bundestagswahl Verluste von knapp drei Prozentpunkten hinnehmen musste. Mit 40,1 Prozent lag sie dennoch weit vor der SPD, die auf 27,3 Prozent kam. Zulegen konnten dagegen die Linkspartei von 1 auf 3,6 und die FDP von 10,8 auf 16,4 Prozent.

Mit einem überparteilichen Wahlaufruf zur Verhinderung von Schwarz-Gelb forderten die Mitglieder von SPD, Linkspartei und Bündnis 90/Die Grünen die Menschen auf, unbedingt wählen zu gehen. "Nicht wählen gehen bedeutet, Schwarz-Gelb zu akzeptieren", sagte der grüne Direktkandidat Wolfgang Strengmann-Kuhn.

Wahlbeteiligung immer hoch

Die Wahlbeteiligung war jedoch im Main-Taunus-Wahlkreis, der auch die Hochtaunus-Kommunen Kronberg, Königstein und Steinbach umfasst, bislang nie ein Problem. 2005 drängte es 83,3 Prozent der 161.000 Wahlberechtigten an die Urnen. Diesmal sind 195.000 Menschen aufgerufen zu wählen. Dabei ist für viele bereits ausgemacht, dass der Mann mit der Fliege als Vertreter des Kreises nach Berlin gehen wird.

Heinz Riesenhuber (CDU) ist 1976 und 1980 über die Landesliste Hessen und danach stets als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Frankfurt am Main I - Main-Taunus-Kreis und seit 2002 des Wahlkreises Main-Taunus in den Bundestag eingezogen. 2005 erreichte der Chemiker 51,1 Prozent der Erststimmen.

Riesenhubers Kontrahenten sind im Vergleich allesamt Neulinge auf dem politischen Parkett. Dennoch dürften sich auch drei von ihnen Chancen auf ein Mandat ausrechnen. Nicole Ritter (SPD), Bettina Stark-Watzinger (FDP) und Wolfgang Strengmann-Kuhn (Grüne) stehen auf den Landeslisten ihrer Parteien. Der Frankfurter Grünen-Politiker auf Platz acht, die Bad Sodener Liberale auf Platz neun und die Sozialdemokratin aus Hattersheim auf Platz 17. Fritz-Walter Hornung (Die Linke) und Thomas Gorr (NPD) können nur über die Erststimme ein Mandat erreichen.

Auch wenn der Taunus bislang als Wohnstätte für die eher Privilegierten der Rhein-Main-Region galt, stieg gerade im Main-Taunus-Kreis in jüngster Vergangenheit die Zahl der Arbeitslosen überdurchschnittlich an. Welche Auswirkungen dies am 27. September hat, muss sich zeigen.

Als repräsentativer Wahlbezirk gilt wieder Eschborn, Heimatstadt von Ministerpräsident Roland Koch (CDU). Wer dort im Wahlbezirk 8 im Stadtteil Niederhöchstadt sein Kreuzchen macht, geht in die wahlstatistische Auszählung des Bundeswahlleiters ein. Hier werden Stimmzettel verwendet, die Geschlecht und Altersgruppe des Wählers erkennen lassen.

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