Schwalbach

Sicherheit als Wahlkampfthema Schwalbach

Brennende Mülltonnen und Randale Jugendlicher haben die Stadt Schwalbach in die Schlagzeilen gebracht. Jetzt setzen die Bürgermeisterkandidaten von CDU und SPD auf Prävention.

Brennende Mülltonnen, randalierende Jugendliche, die Polizisten attackieren – Schwalbach hat in den vergangenen Jahren immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Der untere Marktplatz mit dem Hochhauskomplex Bunter Riese, das Areal rund um die S-Bahn-Station und das Limes-Einkaufszentrum wurden zum Kriminalitätsschwerpunkt. Eine große Videoschutzanlage ist mittlerweile installiert, Überwachungskameras gibt es auch auf dem Rathausdach.

Da überrascht es nicht, dass die Bürgermeisterkandidaten von SPD und CDU, Alexander Immisch und Dennis Seeger, in ihren Wahlprogrammen das Thema Sicherheit besonders in den Fokus rücken.

Der Christdemokrat Seeger tut das quasi von Berufs wegen. Sein Ansatz sei ein „kriminologisch, pädagogischer“ sagte der Diplom-Verwaltungswirt und Polizeihauptkommissar gestern bei der Präsentation seines Wahlprogramms. Ein Haus des Jugendrechts wolle er nach Frankfurter Vorbild für Schwalbach und Umgebung schaffen, wo Polizei, Staatsanwaltschaft, Jugendamt und Sozialarbeiter eng zusammenarbeiten. Außerdem schlägt der 39-Jährige vor, die Zahl der Ordnungspolizisten in Schwalbach von fünf auf sieben aufzustocken, damit der Streifendienst in die Abend- und Nachtstunden ausgedehnt werden könne.

Rein statistisch gesehen würden in Schwalbach zwar nicht mehr Straftaten begangen als anderswo in Deutschland, räumt Dennis Seeger ein. „Mir geht es aber um das subjektive Empfinden der Menschen. Ich möchte dafür sorgen, dass sich die Schwalbacher in ihrer Stadt sicher fühlen.“

Dasselbe Ziel hat Alexander Immisch. Seine Partei habe schon vor mehr als zehn Jahren die Videoüberwachung des Schwalbacher Marktplatzes gefordert, sagt der Sozialdemokrat, der sein Wahlprogramm bereits im November präsentiert hat. Die Polizei habe dies jedoch lange Zeit abgelehnt. Nun seien die Kameras installiert und auch das Kompass-Programm in Kooperation mit dem Land laufe sehr erfolgreich. Prävention ist für Alexander Immisch zentral in der städtischen Kinder- und Jugendarbeit. „Dazu gehört für mich der dauerhafte Dialog mit allen Beteiligten.“

Für Sonntag, 26. Januar, lädt der SPD-Kandidat zu einem Frühschoppen mit dem Thema „Sicher leben in Schwalbach“ ein. Mit dabei sein wird auch Nancy Faeser. Die Vorsitzende der Hessen-SPD ist in Schwalbach zu Hause, ihr Vater Horst Faeser war von 1988 bis 2002 Schwalbacher Bürgermeister.

Christdemokrat Seeger hat im Wahlkampf bereits ein erstes Expertengespräch zum Thema Jugendkriminalität abgehalten. Weitere Gesprächsrunden mit Fachleuten sollen folgen. Seeger, der seit 2007 mit seiner Familie in Schwalbach lebt, geht davon aus, dass erst in der Stichwahl am 15. März entschieden wird, wer künftig auf dem Chefsessel im Schwalbacher Rathaus sitzt. Er rechne mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen, sagte er von Journalisten.

Alexander Immisch indes hofft, dass er es trotz vier Bewerbern schon im ersten Wahlgang schafft, die Siegesserie der SPD-Kandidaten, die nur 2002 von CDU-Mann Roland Seel unterbrochen wurde, fortzusetzen und Christiane Augsburger (SPD) im Amt nachzufolgen. Der 46-jährige Diplom-Betriebswirt verweist auf das gute Abschneiden der Schwalbacher SPD bei der Kommunalwahl 2016. Mit 41 Prozent der Stimmen lagen die Sozialdemokraten damals deutlich vor der CDU, die 32 Prozent bekam.

Da die Bürgermeisterwahl eine Persönlichkeitswahl sei, setze er das SPD-Logo nicht auf seine Wahlplakate, erläuterte Immisch im Gespräch mit der FR. „Jedem, der mich fragt, sage ich aber, dass ich seit 25 Jahren SPD-Stadtverordneter in Schwalbach bin.“

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