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Der Schwalbacher Marktplatz wird von 17 Videokameras rund um die Uhr überwacht.

Schwalbach

Schwalbach: SPD will Siegesserie bei der Bürgermeisterwahl fortsetzen

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Die SPD schickt Alexander Immisch in die Bürgermeisterwahl. Polit-Neulinge von CDU und Grünen sowie ein parteiloser Kandidat hoffen dagegen auf einen Wechsel an der Rathausspitze.

Die meisten haben wohl fest damit gerechnet, dass Schwalbachs Rathauschefin Christiane Augsburger 2020 ein drittes Mal zur Bürgermeisterwahl antritt. Doch die Sozialdemokratin, die im Sommer 60 Jahre alt wird, schloss bereits vor einem Jahr eine erneute Kandidatur aus. Sie wolle sich aus der Kommunalpolitik zurückziehen, teilte sie mit.

Augsburgers Entscheidung hat die Kommunalpolitiker aller Couleurs unvorbereitet getroffen. Am schnellsten reagierte die SPD. Bereits im Sommer 2019 präsentierte sie in der Heimatstadt ihrer Landesvorsitzenden Nancy Faeser einen potenziellen Nachfolger für Augsburger: Alexander Immisch, langjähriger Stadtverordneter und stellvertretender Fraktionschef der Sozialdemokraten, soll die Siegesserie der Schwalbacher SPD bei Bürgermeisterwahlen fortsetzen. 

Kommunalpolitische Newcomer schicken dagegen die Oppositionsparteien ins Rennen. Grünen-Kandidatin Katja Lindenau hat sich zwar schon für den Bau eines Schulkinderhauses engagiert und gegen die Fällung von Kastanienbäumen am Marktplatz mobil gemacht. Mitglied der Grünen wurde sie aber erst vor eineinhalb Jahren. Und Christdemokrat Dennis Seeger hat nach eigenen Angaben bislang seine berufliche Karriere im Polizeidienst davon abgehalten, ein politisches Amt in Schwalbach anzustreben. Er wurde erst vor kurzem zum stellvertretenden Parteichef der Schwalbacher CDU gekürt.

Mit einem Sieg bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag könnte Seeger die Erfolgsserie christdemokratischer Bewerber im Main-Taunus-Kreis fortsetzen. Alexander Immisch hingegen ist für seine Partei der letzte Hoffnungsträger: Verliert er die Wahl in der sozialdemokratischen Hochburg, stellt die SPD keinen einzigen Bürgermeister mehr im Landkreis zwischen Frankfurt und Wiesbaden.

Die Wahl

10 972 Bürgerinnen und Bürger können am Sonntag, 1. März, bei der Bürgermeisterwahl in Schwalbach an die Urnen gehen. Briefwahl haben bisher 1480 beantragt. Das sind deutlich mehr als 2014 um diese Zeit.

Die Ergebnisse werden am Sonntag ab 18 Uhr im Foyer des Rathauses auf dem Marktplatz bekanntgegeben. Zudem können sie auf der städtischen Homepage unter www.schwalbach.de abgerufen werden.

Eine Stichwahl wird nötig, sollte im ersten Wahlgang keiner der vier Kandidaten die absolute Mehrheit bekommen. Der Termin dafür ist am Sonntag, 15. März. aro

Auch wenn mit dem Wahlausgang große Erwartungen verknüpft sind – der Wahlkampf läuft bisher ziemlich geräuschlos. Um Stimmen geworben wird auf Plakaten, an Haustüren und an Infoständen. Nur ein einziges Mal trafen alle vier Kandidaten bei einer Podiumsdiskussion aufeinander. Die „Schwalbacher Zeitung“ hatte dazu eingeladen. Das Interesse der Wähler war groß, der Saal im Bürgerhaus voll besetzt. Viele Schwalbacher, das zeigte eine Blitzumfrage von Moderator Mathias Schlosser, sind allerdings noch unentschlossen, wem sie am 1. März ihre Stimme geben sollen. Und die Probleme, die den Bürgern unter den Nägeln brennen, decken sich nicht unbedingt mit den Themen, die die Kandidaten in ihren Wahlprogrammen in den Vordergrund stellen.

Auf nicht ganz so viel Interesse wie erwartet stieß etwa die Frage der Sicherheit, die vor allem CDU-Mann Dennis Seeger in den Mittelpunkt gerückt hatte, der künftig mehr Ordnungspolizisten einstellen will. Gerade einmal ein Drittel des Publikums gab an, sich auf dem Marktplatz, der nach gewalttätigen Randalen Jugendlicher mittlerweile rund um die Uhr videoüberwacht wird, unsicher zu fühlen. Die Zahl der Straftaten ist dort in der letzten Zeit deutlich zurückgegangen.

Weitaus mehr beschäftigt die Schwalbacher die Frage, wo sie bezahlbaren Wohnraum in der 15 000-Einwohner-Stadt finden, die zu den am dichtesten besiedelten Städten in ganz Deutschland zählt. Eine behutsame Nachverdichtung nannten die vier Kandidaten als Mittel der Wahl, der Ausweisung neuer Wohngebiete erteilten alle eine Absage.

Einigkeit herrschte darüber, dass der öffentliche Nahverkehr besser ausgebaut, eventuell ein Bürgerbus speziell für Senioren eingerichtet werden soll. Carsharing könnte für jüngere Menschen eine Option sein, um auf das eigene Auto zu verzichten.

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