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Schwalbach

Schwalbach: Kreis genehmigt Rechenzentrum am Kronberger Hang

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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SPD und CDU in Schwalbach fordern ein strategisches Gesamtkonzept für das Gewerbegebiet Am Kronberger Hang. Eine Monobebauung mit Rechenzentren soll es nicht geben.

Das Frankfurter Unternehmen Maincubes wird bis 2023 ein Rechenzentrum im Gewerbegebiet Am Kronberger Hang errichten. Marketingleiterin Antje Tauchmann nannte im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau eine geplante Anschlussleistung von 20 Megawatt. Die vermietbare IT-Fläche werde bei 7000 Quadratmetern liegen. Eine dreistellige Millionensumme solle in das Projekt investiert werden.

Das Rechenzentrum ist auf einer freien Fläche neben dem OCS-Bürogebäude geplant, in dem unter anderem die private Kita sowie die Privatschule Kinderzeit – Gute Zeit untergebracht sind. Das Bauamt des Main-Taunus-Kreises hat das Projekt bereits genehmigt.

Der Neubau und die Ankündigung von Samsung, den Kronberger Hang bis Mitte 2024 zu verlassen und in ein neues Firmengebäude nach Eschborn zu ziehen, haben jetzt die Koalitionäre SPD und CDU auf den Plan gerufen. In einem Antrag an die Stadtverordnetenversammlung fordern sie den Magistrat auf, die Bebauungspläne für das Gewerbegebiet zu überprüfen und ein zukunftweisendes Gesamtkonzept für das Areal im Osten der Stadt zu entwickeln. Durch seine Nähe zum Frankfurter Megainternetknoten DE-CIX sei der Kronberger Hang in Schwalbach ein idealer Rechenzentrumsstandort, ist die stellvertretende Fraktionschefin der CDU, Daniela Hommel, überzeugt. „Es ist daher nur eine Frage der Zeit, bis weitere Bauanträge für die Errichtung von Rechenzentren gestellt werden.“ Rechenzentren beanspruchten allerdings viel Fläche, verbrauchten viel Strom, schafften direkt kaum Arbeitsplätze, seien städtebaulich wenig ansehnlich und brächten geringe Steuereinnahmen.

Das Bestreben, Rechenzentren komplett zu verhindern, wäre dennoch ein Eigentor, heißt es in der Mitteilung von SPD und CDU. Für viele Branchen, die von der Nähe zu Rechenzentren abhängig sind, sei der Standort Kronberger Hang sehr attraktiv.

Mit Blick auf die Gewerbesteuereinnahmen wollen die Regierungspartner deshalb klären, wie über Satzungsrecht, Änderungen der Bebauungspläne und in Zusammenarbeit mit Rechenzentrumsbetreibern, Energieversorgern, Grundstücks- und Gebäudebesitzern ein Gesamtkonzept für den Kronberger Hang erstellt werden kann: „Wir wollen eine Monokultur von Rechenzentren verhindern und ein attraktives Erscheinungsbild des gesamten Gewerbegebiets mit einem ausgewogenen Mix aus Büro- und Lagerflächen, Gastronomie und Rechenzentren sicherstellen“, so Hommel. Der digitale und energieeffiziente Ausbau der Infrastruktur im Gewerbegebiet sei ein wesentlicher Baustein im Gesamtkonzept.

SPD-Fraktionschef Eyke Grüning hat dabei auch den ökologischen Aspekt im Blick. „Neue Rechenzentren müssen ökologisch geplant werden, möglichst begrünt und CO2-neutral sein und idealerweise nur mit Ökostrom betrieben werden“, teilt er mit.

In Zusammenarbeit mit Rechenzentrumsbetreibern und Energieversorgern solle zudem geklärt werden, wie die Abwärme von Rechenzentren für die Beheizung von Wohnungen und Büros genutzt werden könne – etwa durch Anschluss an das benachbarte Limes-Fernheizwerk.

Gedanken machen sich die Regierungspartner nicht zuletzt über die Nutzung der am Kronberger Hang vorhandenen Büroräume. Noch lägen keine Daten der Wirtschaftsförderung vor, „aber wir gehen davon aus, dass es bereits heute ein hohes Maß an Leerständen in den Gebäuden gibt“, teilen die Fraktionsvorsitzenden mit.

Die existierenden Bürogebäude seien „in die Jahre gekommen und unattraktiv für Unternehmen“. Der geplante Bau des Rechenzentrums von Maincubes solle als Anker genutzt werden, um weitere Unternehmen anzusiedeln – basierend auf einem attraktiven Gesamtkonzept für den Kronberger Hang.

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