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Die Schwalbacherin Nancy Faeser (SPD), wird Bundesministerin des Innern.
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Die Schwalbacherin Nancy Faeser (SPD), wird Bundesministerin des Innern.

Schwalbach

Main-Taunus: Kaderschmiede für Ministerinnen

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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Nancy Faeser und Bettina Stark-Watzinger werden Bundesministerinnen in der Ampel-Regierung. Sie kommen aus den Nachbarstädten Schwalbach und Bad Soden im Main-Taunus-Kreis.

Sie sind in den Nachbarstädten Bad Soden und Schwalbach zu Hause, haben beide unter anderem an der Frankfurter Goethe-Universität studiert und sich über Jahre in den Parlamenten ihrer Heimatstädte und im Main-Taunus-Kreistag politisch engagiert. Jetzt werden Nancy Faeser (SPD) als Bundesinnenministerin und Bettina Stark-Watzinger (FDP) als Ministerin für Bildung und Forschung Kolleginnen im Kabinett von Olaf Scholz. Gleich zwei Mitglieder der neuen Ampel-Regierung stammen damit aus Deutschlands kleinstem Landkreis zwischen Frankfurt und Wiesbaden, dem Main-Taunus-Kreis.

Nancy Faeser lebt mit ihrem Mann und ihrem siebenjährigen Sohn in Schwalbach. Sie ist in der 17 000-Einwohner-Stadt fest verwurzelt. Die 51-Jährige ist in Schwalbach aufgewachsen und zur Schule gegangen. Ihr Vater Horst Faeser, ebenfalls Sozialdemokrat, war von 1988 bis 2002 Schwalbacher Bürgermeister, ehe er zum ersten Direktor des Planungsverbands Rhein-Main gewählt wurde.

Nancy Faeser hat Jura studiert und ist Rechtsanwältin. Seit 1996 leitet sie den SPD-Ortsverein in ihrer Heimatstadt, seit 2006 sitzt sie als Abgeordnete im Schwalbacher Stadtparlament, in dem ihr Mann Eyke Grüning SPD-Fraktionschef ist. Auch als sie 2014 Generalsekretärin der Hessen-SPD und 2019 Landesvorsitzende der Sozialdemokraten wurde, gab Nancy Faeser ihre kommunalpolitischen Ämter nicht auf. Mit ihr als Zugpferd blieb die SPD stimmenstärkste Partei in Schwalbach und stellt seit Mitte 2020 mit Alexander Immisch den einzigen SPD-Bürgermeister im von einer CDU/Grünen/FDP-Koalition regierten, konservativ geprägten Main-Taunus-Kreis.

Bei den Kreistagswahlen im März dieses Jahres holte Faeser als Spitzenkandidatin der SPD die meisten Stimmen für ihre Partei. Aus dem Unterbezirksvorstand der Sozialdemokraten zog sie sich erst vor wenigen Wochen zurück. Sie wolle sich als Oppositionsführerin auf die hessische Landespolitik konzentrieren, begründete sie damals den Schritt. Nun ist Nancy Faeser die neue Bundesinnenministerin, und der Chef der Main-Taunus-SPD, Michael Antenbrink, spricht von einem „schweren Verlust“ für die Sozialdemokraten in Hessen. Auch in Schwalbach sieht man den Karrieresprung von Faeser mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Nancy wird uns doch fehlen“, zitiert Pressesprecherin Claudia Ludwig aus dem Chat des Parteivorstands.

Schon etwas länger nicht mehr in der Kommunalpolitik aktiv ist Bettina Stark-Watzinger. Ihr Kreistagsmandat legte sie 2017 nieder. Im zweiten Anlauf schaffte sie damals über die Landesliste der hessischen FDP den Sprung in den Deutschen Bundestag. Als Stark-Watzinger 2020 Parlamentarische Geschäftsführerin der Bundestagsfraktion der Freien Demokraten wurde, schied sie auch aus dem Bad Sodener Stadtparlament aus. Davor war sie Fraktionsvorsitzende der Liberalen in der ehemaligen Kurstadt, in der die FDP seit jeher bei Wahlen überdurchschnittlich gut abschneidet. Bettina Stark-Watzinger leitete einige Jahre lang die Main-Taunus-FDP und war Generalsekretärin und Landesvorsitzende der hessischen Liberalen.

Mit ihrem Mann und zwei erwachsenen Töchtern lebt die 53-jährige gebürtige Frankfurterin in Bad Soden. Für ihr neues Amt als Bildungsministerin bringt sie gute Voraussetzungen mit. Sie hat Volkswirtschaftslehre studiert, bei einer Frankfurter Privatbank gearbeitet und mehrere Jahre lang in London gelebt, ehe sie Geschäftsführerin des House of Finance an der Goethe-Universität wurde. Vor ihrem Einzug in den Deutschen Bundestag war sie von 2013 bis 2017 Geschäftsführerin des Forschungszentrums Safe – Sustainable Architecture for Finance in Europe.

Bettina Stark-Watzinger (FDP) aus Bad Soden wird neue Bundesministerin für Bildung und Foschung.

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