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Koalition möchte Defizit beim Bürgerhaus verringern

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Thomas Laszlo Zahoczky bei einer Kunstkreis-Ausstellung im Bürgerhaus, das CDU und SPD effizienter nutzen wollen. Reuß
Thomas Laszlo Zahoczky bei einer Kunstkreis-Ausstellung im Bürgerhaus, das CDU und SPD effizienter nutzen wollen. Reuß © Maik Reuß

Stadtverwaltung sieht keine großen Möglichkeiten

Schwalbach - Auf eine Million Euro hatten SPD und CDU das jährliche Defizit beziffert, das die Stadt Schwalbach mit dem Bürgerhaus erwirtschaftet. Im vergangenen ist das Minus mit 780 000 Euro zwar deutlich geringer ausgefallen, aber immer noch hoch. Aber während die Koalitionsparteien darauf dringen, dass das Defizit künftig geringer ausfällt, macht die Verwaltung deutlich, dass die Möglichkeiten dafür nicht sehr groß sind.

Wie kommt ein so großes Defizit überhaupt zustande? 243 000 Euro betrugen im vergangenen Jahr die Abschreibungen - ein Posten, der nicht zu beeinflussen ist. Er sinkt nur im Laufe der Zeit, wenn nicht mehr investiert wird. 335 000 machten die Personalausgaben aus, 224 000 Euro wurden für Sachkosten und Dienstleistungen ausgegeben. Darunter fallen auch 540 00 Euro für Strom und 37 000 Euro für Fernwärme. 2023 werde sich eine deutliche Steigerung dieser Ausgaben ergeben, kündigt die Stadt auch an.

Förderung des Ehrenamts

Die Einnahmen decken noch nicht einmal die Energiekosten, sie schwankten in den vergangenen Jahren zwischen 11 000 und 26 000 Euro. Lediglich die Vermietung von Räumen sorgt für Einnahmen. Die Beträge sind überschaubar - die Seminarräume kosten zwischen 80 und 180 Euro pro Abend, für den großen Saal werden 225 bis 410 Euro in Rechnung gestellt. Da kommt nicht viel zusammen, da die Vereine Priorität haben und für Veranstaltungen ohne Eintrittsgelder nichts bezahlen müssen; auch die Schwalbacher Politik kann die Räume kostenlos nutzen. CDU und SPD haben bei ihren Überlegungen, wie das Defizit verringert werden kann, vor allem die Einnahmen im Blick. „Deshalb möchten wir, dass die Flächen im Bürgerhaus effizienter genutzt und die häufigen Leerstände verringert werden“, hieß es in der Stellungnahme der CDU zum Haushalt 2023. „Dies gelingt durch eine kommerzielle Vermietung der Räumlichkeiten.“ SPD-Fraktionschef Eyke Grüning sprach davon, dass der städtische Wirtschaftsförderer ein entsprechendes Konzept erstellen soll.

Aber gibt es dafür überhaupt ein Potenzial? Gelegentlich würden Räume für Eigentümerversammlungen, Produktvorstellungen oder Fortbildungsveranstaltungen vermietet, berichtet Rathauspressesprecher Achim Lürtzener auf Anfrage. „Die gewerbliche Nutzung wird bislang nicht aktiv beworben, da die räumlichen und personellen Kapazitäten schon weitgehend ausgeschöpft sind“, so Lürtzener weiter. Personelle Kapazitäten kann man beeinflussen, räumliche allerdings kaum - mit den Auskünften der Verwaltung ist die Idee, das Defizit durch eine Vermietung von Räumlichkeiten merklich zu verringern, eigentlich undurchführbar.

Die Stadtverwaltung weist in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass bei allen Schritten, die man erwägt, die Folgen bedacht werden müssen. Der Verzicht auf Raummieten bei den Vereinen fördere das ehrenamtliche Engagement, die Vereine bereicherten das kulturelle Leben der Stadt, betont das Rathaus. „Das Bürgerhaus bildet eine wichtige Säule für das zivilgesellschaftliche Leben der Stadt.“

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