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Keine Konzentration auf die Stromproduktion

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Stadt plant auf Naturbad-Dächern eine Kombination aus Photovoltaik und Solarthermie

Schwalbach - Im Jahr 2013 sei beschlossen worden, auf den Dächern der Versorgungsgebäude am Naturbad eine Solaranlage zu bauen, heißt es in einem Antrag der Schwalbacher Grünen. Der gemeinsame Antrag von CDU und Grünen hatte damals eine sehr breite Mehrheit gefunden, nur zwei Stadtverordnete stimmten dagegen. Die Tatsache aber, dass die Solaranlage bis heute nicht gebaut ist, wurde zwar kurz erwähnt, regte aber weiter keinen Stadtverordneten auf. Es wurde auch nicht hinterfragt, warum das so ist. Weder von der Koalition noch von der Opposition.

Die Grünen hatten jetzt in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung beantragt, die Solaranlage dort nicht zur Warmwasserbereitung zu nutzen, sondern zur Stromerzeugung. Genau darauf war freilich schon der Beschluss des Jahres 2013 hinausgelaufen. Dies sei besonders wirtschaftlich, weil der Strom für die Pumpen des Schwalbacher Naturbades gleich wiederverwendet werden könnte, lautete damals die Antragsbegründung. Trotzdem hat die Stadt irgendwann einmal beschlossen, dass es auf dem Dach auch Photovoltaik geben soll, also eine Anlage zur Heißwasserbereitung. Dies sei nicht sinnvoll, erklären die Grünen jetzt, denn im Winter werde diese Art von Energie dort gar nicht gebraucht. Freilich fand der Antrag in der Stadtverordnetenversammlung keine Mehrheit, es bleibt also bei der Solarthermie.

Auseinandersetzung vor dem Landgericht

Warum das so ist und warum nicht schon viel früher gebaut wurde, das weiß Rathaus-Pressesprecherin Margit Reiser-Schober. Sie spricht von einem „langjährigen Beweisverfahren“ vor dem Landgericht Frankfurt, das den Bau damals verhindert habe. Erst Anfang 2020 wurde festgestellt, dass der Bau mängelfrei gebaut wurde.

Mehr wird nicht mitgeteilt - offensichtlich war die Frage, ob es Mängel im Dach gebe, umstritten. Auch früher war dazu nichts berichtet worden - die Stadt hatte sich zwar mit einer beauftragten Firma vor Gericht auseinandergesetzt, dabei ging es aber um die Außenanlagen, nicht um das Dach. Wegen solcher Auseinandersetzungen wurde zunächst nicht gebaut. Jetzt wird mit Photovoltaik geplant, so dass es bei der Kombination aus Photovoltaik und Solarthermie auch Zuschüsse des Landes Hessen dafür geben kann. So jedenfalls die Pressesprecherin Reiser-Schober. Es handele sich um ein städtisches Projekt, das vom Betriebszweig Energie der Stadtwerke umgesetzt werden soll. Und dabei bleibt es auch - der jetzige Antrag der Grünen, sich auf die Stromproduktion zu konzentrieren, fand keine Mehrheit.

Wann es mit dem Bau so weit ist, das weiß auch Kai-Thorsten Lorenz, der Geschäftsführer der Stadtwerke, nicht. Für die Zuschüsse habe das Land noch Unterlagen angefordert, die die Stadt aber noch nicht vorlegen konnte, weil sie ihrerseits von der beauftragten Fachfirma kommen.

Dass die Firma noch nicht geliefert hat, versteht Lorenz durchaus. Die Nachfrage sei sehr groß, den Firmen aber fehle es an Material und auch an Personal. Das haben die Stadtwerke auch bei der Solaranlage auf dem Wasserpumpwerk Süd feststellen müssen. Die sei im Frühjahr geliefert worden und seit Sommer in Betrieb - die letzten Teile dafür aber kamen erst vor ein paar Tagen bei der Stadt an.

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