Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Die Pächter Bernhard Botschek, Martin Haas und Hans-Jürgen Fischer (v. L) dürfen eine reiche Ernte von 110 Bäumen erwarten. rolf oeser
+
Die Pächter Bernhard Botschek, Martin Haas und Hans-Jürgen Fischer (v. L) dürfen eine reiche Ernte von 110 Bäumen erwarten. rolf oeser

Schwalbach

Hobby-Kelterer übernehmen Baumpflege in Schwalbach

Eine Gruppe von Pächtern nimmt der Stadt die Pflege einer Streuobstwiesen ab. Die Stadt kann sich die Arbeit auf 25 Flächen nicht mehr leisten.

Die Apfelbäume auf den Schwalbacher Wiesen tragen gut in diesem Spätsommer, der fast schon als Herbst daherkommt. Manche Äste biegen sich unter der Last der Früchte, dadurch kommen die Bäume an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Die leuchtende Goldparmäne, der wunderbare Kaiser Wilhelm, Baumanns Renette und der Rote Berlepsch, es dürfte eine gute Ernte werden, wenn die Keltersaison beginnt.

städtische wiesen

Die Stadt Schwalbach trägt die Verantwortung für 25 Streuobstwiesen auf einer Fläche von knapp 60 000 Quadratmetern. Bäume und Wiesen müssen gepflegt werden, die Stadt kann die Arbeit nicht mehr leisten.

Wer Interesse an Streuobstwiesen hat, Kontakt: Ulrich Martens, Tel: 06196/804-168 oder E-Mail: ulrich.martens@schwalbach.de jüs

Zig Sorten wachsen auf der 13 000 Quadratmeter großen Wiese „Hinter der Röth“ in der Nähe der Sportplätze, darunter ganz besondere Schätze, wie Experten verraten. Mehr als 100 Bäume sind es, ein paar davon auch Steinobst wie Pflaume, Kirsche und Mirabelle. Zuletzt ist die Arbeit den städtischen Grünpflegern und dem Umweltschutzbeauftragten Burghard Haueisen regelrecht über den Kopf gewachsen. Es fehlt an Leuten, die sich kümmern, die Bäume wachsen schneller, als die Bürokratie mahlen kann. Man sieht es den Obstbäumen an, auch wenn sie in Reih und Glied mit korrektem Abstand gepflanzt sind und einen schönen natürlichen Eindruck machen. Fachleute konstatieren einen erheblichen Pflegerückstand. Zwei Jahre wird es wohl dauern, bis dieser durch fachgemäßen Schnitt aufgeholt ist, den Streuobstbäume brauchen, wenn sie dem Menschen mit reicher Ernte Freude machen sollen – den Apfelweinfreunden vor allem mit dem „Süßen“ und später feinfruchtigen „Äppler“.

Noch wirken einige Bäume fast „wie Hecken mit Obstbehang“, wie es Apfelexperte Bernhard Botschek formuliert. Mit „Entlastungs- und Rettungsschnitten“ haben der Hobby-Kelterer und seine Mitstreiter vor knapp vier Wochen die Wiederbelebung eines ökologischen Kleinods begonnen, das sich durch hohe Biodiversität auszeichnet. Hans-Jürgen Fischer, der Schwalbacher, der nicht weit entfernt bereits Streuobstkultur auf privatem Grund betreibt, hat den Pachtvertrag mit der Stadt unterschrieben. Ein Mann vom Fach; bei der Stadt Bad Homburg arbeitet er als Baumpfleger und Baumkontrolleur. Des Apfels reinste Seele, wie Kenner philosophieren, einen schönen Apfelwein, liebt er gar sehr.

Von Win-win-Situation spricht Schwalbachs Bürgermeister Alexander Immisch bei der Übergabe des Pachtvertrags an Fischer. Die Stadt bekommt Pflege für die 2005 nach dem Bau eines großen Altenheimes ausgewiesene Ausgleichsfläche und muss sich nicht mehr kümmern, die Pächtergemeinschaft darf auf reiche Ernte hoffen. So 2000 bis 2500 Liter Stöffchen könnten es werden, hat Botschek schon mal hochgerechnet. Auf „ein Schlückchen“ davon freut sich ganz bescheiden der Bürgermeister; den Zehnten, wie das früher mal üblich war bei solchen Geschäften, wolle niemand im Rathaus einfordern, verspricht er.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare