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Schülerin Janine Kessler stellt ihr Objekt „Befreiung – KZ-Folter“ vor.
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Schülerin Janine Kessler stellt ihr Objekt „Befreiung – KZ-Folter“ vor.

Schwalbach Albert-Einstein-Gymnasium

Gedanken an die Befreiung

Schüler des Albert-Einstein-Gymnasiums in Schwalbach haben in einem fächerübergreifenden Kunst-Projekt vier Objekte zum Thema Auschwitz-Befreiung entwickelt. Die Gymnasiasten stellen die Kunstwerke in der Stadtbücherei aus.

Von Steffen Boberg

Schüler des Kunstleistungskurses aus dem Albert-Einstein-Gymnasium haben ihre Gedanken zur Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz in Kunstwerke umgesetzt. Neben Objekten mit geschichtlichem Schwerpunkt sind ethisch geprägte Werke entstanden. Gestern präsentierten die Gymnasiasten die Ergebnisse in der Stadtbücherei.

Lehrerin Katrin Struck leitete die Schüler der elften Jahrgangsstufe bei der Herstellung ihrer Objekte an. „Ziel war es, aus Alltagsgegenständen neue Dinge zu erstellen“, erklärt sie, „dafür mussten entsprechende Materialien zur Idee gefunden werden“. Das Projekt lief an der Albert-Einstein-Schule fächerübergreifend. So wurde das Oberthema Befreiung auch im Ethik- und Geschichtsunterricht behandelt.

Eines der vorgestellten Kunstobjekte heißt „Befreiung – KZ-Folter“ und stellt die Bestrafung eines Häftlings und dessen Kampf für Freiheit dar. Janine Kessler und Rebekka Geiss platzierten dafür in einer von Nägeln bespickten Holzkiste eine Tonfigur, die daraus ausbrechen will. „Erst nach dem Modellieren der Figur haben wir bemerkt, dass unsere Idee mit den Nadeln eine reale Vorgeschichte hat“, sagte Geiss.

Am Computer entwarfen Carla Hofmann, Constantin Kirberger, Klaus Görlinger und Timo Matussek ihr Werk „Befreiung aus dem Konzentrationslager“. Anschließend druckten sie Querschnitte eines Menschen in Scheibenform auf Papier, übertrugen sie auf Styropor und setzten die Figur, die durch einen Spiegel zu schreiten scheint, zusammen.

"Schule muss sich öffnen"

Die Befreiung aus Konzentrationslagern sei ein wichtiges Thema, sagte Geschichtslehrer Volker Kocanda. Er sehe es als seine Aufgabe, Schülern die Vergangenheit nahezubringen. „2014 jährt sich der Beginn des Ersten Weltkriegs zum hundertsten Mal, der Ausbruch des zweiten Weltkrieges fand vor 75 Jahren statt und die Berliner Mauer fiel vor 25 Jahren. Das können wir nicht einfach abschütteln“, sagte Kocanda.

Zwei Schülergruppen entwickelten Objekte mit einem ethischen Schwerpunkt. So beschäftigten sich die Entwickler des Werks „Befreiung – Einschränkung des Ichs“ mit Sigmund Freuds Spaltung des Ich. Dafür formten sie zwei Oberkörper, die sich auf einem zerbrochenen Spiegel liegend anschauen. Und „The one who escaped“ stellt eine weibliche Figur und ihre Befreiung aus Medien, Sucht und Gesellschaft in den Mittelpunkt.

Bis zum 7. Februar sind die Werke nun in der Stadtbücherei ausgestellt. Anschließend könnten sie in den öffentlichen Raum getragen werden, meint Struck. Darüber wolle sie mit Bürgermeisterin Christiane Augsburger (SPD) sprechen. Struck: „Schüler sollten nicht darauf fixiert werden, etwas Kleines zu machen. Die Schule muss sich öffnen.“

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