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Ein Frau, neun Ehrenämter

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Monika Schwarz ist unermüdlich ehrenamtlich aktiv. Czichowski
Monika Schwarz ist unermüdlich ehrenamtlich aktiv. Czichowski © Carolin-Christin Czichowski

Monika Schwarz mit Landesehrenbrief gewürdigt

Schwalbach - Als Monika Schwarz in Ruhestand ging, titelte das Kreisblatt: „Die ,Mutter‘ der Hochtaunusschule geht“. Schon damals war die Berufsschullehrerin sehr aktiv: War nicht nur Personalrätin, sondern auch Fördervereinschefin und gewissermaßen „Frau für alles“ in der Oberurseler Schule im benachbarten Hochtaunuskreis.

Heute, zehn Jahre später, ist die 75-Jährige engagierter denn je: Neun Ehrenämter übt sie aus. Dafür hat sie kürzlich den Landesehrenbrief erhalten.

„Ich bin gerne aktiv“, sagt Schwarz. „Was soll ich zu Hause rumsitzen? Wer rastet, der rostet“, erklärt sie und lacht. In ihren zahlreichen Ehrenämtern hat die pensionierte Berufsschullehrerin vor allem den Blick auf die älteren Schwalbacher: Seit 2009 ist sie Mitglied des Seniorenbeirats der Stadt, seit 2014 dessen Vorsitzende. Damit sorgt sie dafür, dass die Belange von Senioren im Stadtparlament Gehör finden. „Wir haben zum Beispiel durchgesetzt, dass in der Stadt Bänke aufgestellt werden und haben daran mitgearbeitet, dass die Bushaltestellen barrierefrei umgebaut werden“, erklärt Schwarz.

Auch die Sicherheit von Senioren liegt ihr am Herzen. Als ausgebildete Sicherheitsberaterin ist sie Teil des städtischen Präventionsrats und sensibilisiert Senioren bei Veranstaltungen für Betrugsmaschen wie etwa den Enkeltrick oder Schockanrufe.

Auch die Jüngeren im Fokus

Aber auch der Spaß darf nicht zu kurz kommen: „Ich bin seit einigen Jahren Teil des Teams, das zusammen mit der Stadtverwaltung einmal im Jahr Ausflüge für Senioren plant“, erklärt die 75-Jährige. Dass dieses Angebot gut ankommt, habe sie vor allem während der Corona-Pandemie gemerkt: „Es gab sehr viele Anfragen, wann endlich wieder ein Ausflug stattfindet. Und in diesem Jahr ist es endlich so weit.“ Pro Ausflug nehmen rund 300 Schwalbacher Senioren teil. „Mit mehreren Reisebussen geht es dann los. Wir waren zum Beispiel schon in Rüdesheim und in Korbach. Mit dabei Menschen im Alter von 60 bis 100“, sagt Schwarz.

Doch nicht nur die älteren Schwalbacher hat Schwarz im Fokus ihres Engagements: Auch den Jüngeren widmet sie sich regelmäßig. So ist sie Mitglied im Verein Kindertaler, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Schwalbacher Kindern bei Armut zu helfen. „Außerdem bin ich Lesementorin“, sagt sie. Einmal in der Woche übt sie mit einem Grundschüler lesen.

Das Projekt an der Georg-Kerschensteiner-Schule hat sie vor rund sechs Jahren mitinitiiert. „Ich habe damals einen Aufruf gestartet und es haben sich 18 Interessierte gemeldet, die regelmäßig mit einem Grundschulkind lesen.“ Coronabedingt habe das Projekt zunächst ruhen müssen, mittlerweile finde es aber wieder regelmäßig statt.

Mit ihrem Engagement tut Schwarz einiges für die Bürger ihrer Wahlheimat Schwalbach, in der sie seit 1987 lebt. Doch sie bekommt auch viel zurück. „Wenn ich unterwegs bin, treffe ich immer irgendjemanden, der sich für meine Arbeit bedankt.“ Ein Höhepunkt ist der Landesehrenbrief, der ihr im Dezember verliehen wurde. „Es ist schön zu sehen, dass mein Engagement gewürdigt wird“, sagt sie.

Trotz der zahlreichen Stunden, die sie für andere investiert, nimmt sie sich auch Zeit für sich selbst. „Ich schwimme täglich 1000 Meter“, sagt die 75-Jährige. „Damit mache ich ganz bewusst auch etwas für mich.“

Der Start ihrer Laufbahn als Ehrenamtliche liegt mittlerweile rund 35 Jahre zurück. „Angefangen habe ich ganz klassisch in der Elternvertretung des Kindergartens“, erzählt die Mutter eines Sohnes. Im Laufe der Jahre hat sie zahlreiche verschiedene Ämter bekleidet: Als Schöffin an Frankfurter Gerichten, im Vorstand verschiedener Schwalbacher Sportvereine, als Wahlhelferin, als Helferin beim Fußball-Offensiv-Cup in Kriftel und beim Frankfurt Marathon,

Als Berufsschullehrerin an der Hochtaunusschule in Oberursel war sie rund zehn Jahre lang Vorsitzende des Personalrates, hat den Förderverein der Schule mitbegründet und war fast zehn Jahre lang dessen Vorsitzende. „Nur eines war ich nie“, sagt Schwarz und lacht, „in der Elternvertretung an den Schulen, auf die mein Sohn gegangen ist. Das wollte ich ihm und den Lehrern dort nun wirklich nicht antun.“

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