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Schrittmacher im Gehirn hilft bei Parkinson

Sulzbach Auch Bewegung lindert Folgen der unheilbaren Krankheit / 200 Besucher beim Aktionstag

Von ROLAND BUNZENTHAL

Sylvia Walther bekam den Schock ihres Lebens im November 2000. Ein Neurologe eröffnete ihr, dass sie an Parkinson erkrankt sei. In den ersten Jahren versuchte sie, aktiv mit der Diagnose umzugehen, gründete in ihrer Heimatstadt Bayreuth eine Selbsthilfegruppe und versuchte, anderen Betroffenen Mut zu machen. Von 2006 an, berichtet sie, "schwand meine Lebensfreude zunehmend". Die Phasen guter Beweglichkeit wurden seltener. Trotz anderer Medikamente konnte die Kindergärtnerin kaum noch gehen und musste ihren Job aufgeben. "Mein ganzer Körper war wie in einer Zwangsjacke." Depressionen häuften sich. "Ich sah keinen Sinn mehr." Erst ein 14-wöchiger Aufenthalt in der psychiatrischen Klinik Bayreuth, in der es "viele Menschen gab, die mich auffingen", brachte sie wieder auf die Bahn. Jetzt geht es ihr körperlich und seelisch "besser denn je" seit Ausbruch der Krankheit.

Psychische Auswirkungen

Wie Sylvia Walther berichteten auch andere Parkinson-Patienten am Samstag im Sulzbacher Bürgerhaus vom Umgang mit der Krankheit: Rund 200 Betroffene und ihre Angehörigen versammelten sich zum 5. Parkinson Aktionstag. Bei den meisten Berichten von Patienten und Ärzten ging es um die psychischen Folgen der immer noch unheilbaren Bewegungsstörung. So erzählte ein "Parki" von den Schwierigkeiten in seiner Ehe. Der Neurologe Peter Themann, Chefarzt der sächsischen Reha-Klinik Hetzdorf, beschrieb plastisch, wie sich durch eine Operation im Gehirn, bei der ein elektronischer Schrittmacher eingesetzt wird, das "emotionale Befinden" zusammen mit der Beweglichkeit verbessert. Diese so genannte Tiefenhirn Stimulation (THS) bedürfe jedoch intensiver Vorbereitung und ebenfalls Nachsorge, zumal beträchtliche Nebenwirkungen möglich sind.

Seit fünf Jahren organisiert die Sulzbacher Parkinson-Patientin Gisela Steinert die jährlichen Treffen. Sie selbst ist bestes Beispiel dafür, wie man durch Aktivität das Leiden physisch und psychisch in den Griff bekommen kann. Sie ist nicht nur Organisatorin des Aktionstages, sondern auch treibende Kraft beim Internet-Selbsthilfevererein Parkins-on-line (Paol) und gelegentliche Marathonläuferin. Peter Hornung, ehemaliger Karate-Europameister und Inhaber eines Spezial-Fitness-Studios für Parkinson-Patienten im schwäbischen Münsingen erklärte, dass durch Bewegung, Atmung, Körperhaltung und Ernährung die Krankheit zwar nicht geheilt, aber doch gelindert werden kann. Ein "neues Lebensgefühl" sei häufig die Folge. Mit amerikanischer Versteigerung wurde anschließend eine Intensiv-Woche in seinem Studio vergeben. Der Erlös ging an das Parkinson-Zentrum "Schneckenhaus" in Florstadt-Staden.

Nähere Informationen gibt es bei

Gisela Steinert, 0 61 96 / 95 29 183 oder unter www.u40-suedhessen.de oder www.parkinsonline.de

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