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S-Bahnen fallen für Tage aus

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Ein Wasserschaden in einem Stellwerk legt den morgendlichen Berufsverkehr lahm.
Ein Wasserschaden in einem Stellwerk legt den morgendlichen Berufsverkehr lahm. © Oeser/FR

Wegen eines Wasserschadens zwischen Frankfurt und Eschborn fahren auf der Strecke der S3 und S4 keine Bahnen mehr. Noch ist unklar, wann sie wieder rollen. Von C. Horkheimer und B. Schlepper

Von Claudia Horkheimer und Boris Schlepper

Wir haben hier eine schwerwiegende Havarie, hier geht nichts mehr", sagt der Security-Mann der Deutschen Bahn. Seit 7 Uhr stehen er und sein Kollege jetzt schon an der Unterführung zur S-Bahn-Station Niederhöchstadt und weisen die Fahrgäste Richtung Taxisammelstelle ein.

Ein Wasserrohrbruch hat den S-Bahnverkehr zwischen Frankfurt-Rödelheim und dem Eschborner Stadtteil Niederhöchstadt zum Erliegen gebracht. Nachdem am Sonntagabend eine Leitung im Bahnhofsgebäude Leck geschlagen ist, fiel das Stellwerk aus, und sämtliche Signalanlagen schalteten auf Stopp. Seitdem fahren auf der Strecke der S3 und S4 keine Bahnen mehr. Montagmorgen mussten Tausende Pendler auf 300 Taxis umsteigen, die die Bahn bereitgestellt hatte. Die Reparaturen werden voraussichtlich mehre Tage dauern. Seit Montagnachmittag hat die Bahn dort bis Ende der Arbeiten einen Ersatzzug im Einsatz. Drei Bahnübergänge entlang der Strecke werden mit Posten gesichert, der Übergang in Niederhöchstadt wird gesperrt.

"Das ist wie ein Sechser im Loto", freut sich Taxifahrer Chaouat Mohamed. Endlich sei mal genug zu tun, und der Umsatz stimme auch, denn das Taxameter läuft mit, auch wenn die Bahn die Rechnung zahlt. Das war am frühen morgen vielen Pendlern allerdings nicht sofort klar. Zudem waren zunächst offenbar gar nicht genügend Fahrzeuge vorhanden. "Der Bahnsteig war schwarz vor Menschen, und dann kamen gerade mal drei Taxis, zwei davon fuhren nach Kronberg, nur eins nach Rödelheim", erzählt ein Fahrgast.

Laut Bahn war es durch einen Wasserschaden in vermieteten Räumen im zweiten Stock des Bahnhofsgebäudes zu dem Schaden gekommen. Wie ein Bahnsprecher mitteilte, war die elektrische Anlage, über die die Weichen und sämtliche Signalanlagen gesteuert werden, am Sonntagabend gegen 21.30 Uhr ausgefallen. Wasser war auf die Elektronik gelaufen: Kurzschluss. Das Technische Hilfswerk sicherte die Anlage mit einer Eigenkonstruktion. samt Plane. Bis 4 Uhr Montagfrüh waren die Einsatzkräfte zugange.

Doch noch kann die Anlage nicht eingesetzt werden: Derzeit werde geprüft, ob Geräte ausgetauscht und welche repariert werden können, sagte ein Bahnsprecher: "Die Anlage ist ziemlich stark angegriffen." Angaben zur Schadenshöhe könne er derzeit keine machen. Und auch wenn das Stellwerk wieder funktionstüchtig ist, sei nicht mit einem sofortigen Start zu rechnen: "Vorher müssen wir mehrere Testläufe durchführen." Nur wenn klar sei, dass jegliche Störung behoben ist, dürfen die S-Bahnen wieder rollen.

Bis das Stellwerk wieder funktionstüchtig ist, fährt die S3 von Darmstadt bis nach Rödelheim, wo der S-Bahn-Pendelverkehr im Halbstundentakt nach Niederhöchstadt beginnt. Für die Reisenden in Richtung Niederhöchstadt entsteht in Rödelheim ein Aufenthalt von 15 bis 20 Minuten.

Zwischen Niederhöchstadt und Bad Soden ist ein S-Bahn-Pendelverkehr auf der Linie der S3 mit Anschlussaufnahme auf den eintreffenden Pendelzug eingerichtet. Zwischen Niederhöchstadt und Kronberg werden Busse als Ersatz für die S4 eingesetzt. Im südlichen Abschnitt endet die S4 von Langen in Frankfurt Süd.

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