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Landrat Cyriax, Wolfgang Männer und Hans-Jürgen Hielscher (v.l.) stoßen an.
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Landrat Cyriax, Wolfgang Männer und Hans-Jürgen Hielscher (v.l.) stoßen an.

Main-Taunus

Der rot-grüne Liberale geht

  • Torsten Weigelt
    VonTorsten Weigelt
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Hans-Jürgen Hielscher räumt sein Büro im Landratsamt des Main-Taunus-Kreis für den Ex-Regierungspräsidenten Johannes Baron.

So können politische Karrieren beginnen: An einem Wintermorgen in Tirol überredeten Roland Koch und Jörg-Uwe Hahn den damaligen Landtagsabgeordneten Hans-Jürgen Hielscher (FDP) im gemeinsamen Skiurlaub, als Erster Kreisbeigeordneter im Main-Taunus-Kreis zu kandidieren. Vor 18 Jahren war das. „Die Zeit ist vergangen wie im Flug“, sagte Hielscher am Dienstagabend bei einer Feierstunde – Koch und Hahn saßen als Gäste in der ersten Reihe.

Ab 1. April räumt Hielscher aus freien Stücken sein Büro im Landratsamt und wechselt auf den Posten des Geschäftsführers der Rekultivierung der Weilbacher Kiesgrubenlandschaft (GRKW). Dabei gehe es ihm auch um „ein Stück Freiraum“ und eine bessere Work-Life-Balance, gab der 54-Jährige zu, der schon seit einigen Jahren viel Zeit in seiner zweiten Heimat im Allgäu verbringt. Dies brachte ihm zunehmend Kritik ein, selbst aus den Reihen der CDU/FDP/FWG-Koalition. „Es hat manchmal geruckelt“, räumte Landrat Michael Cyriax (CDU) in seiner Laudatio ein.

Einsatz für Optionskommune

Unbestritten sind aber auch Hielschers Verdienste. „Er hat als Sozialdezernent Zeichen gesetzt“, lobte FDP-Fraktionschef Dirk Westedt. So hat sich der „Vollblut-Politiker“ (Cyriax) früh dafür starkgemacht, dass der Main-Taunus-Kreis Optionskommune wurde und seit 2005 Langzeitarbeitslose in Eigenregie betreuen kann. Durch seine guten Kontakte auf Landes- und Bundesebene hatte er zuvor dazu beigetragen, dass es die entsprechende Regelung überhaupt gibt.

„Er ist ein riesiger Netzwerker“, lobte Cyriax, von dem er viel habe lernen können. Zumal Hielscher nie das FDP-Parteiprogramm vor sich hergetragen habe. Mindestens genauso wichtig sei ihm immer gewesen, „dass es menschelt“. Hielscher selbst hat sich selbst einmal als „rot-grünen Liberalen“ bezeichnet. Als Sozial- und Umweltpolitiker hatte er in der zur Steuersenkungs-Partei mutierten FDP zunehmend Exotenstatus, zumal er sich auch noch offen für einen Mindestlohn aussprach.

Parteigrenzen hat der passionierten Bergsteiger nie als unüberwindliche Hindernisse angesehen. So stemmte Hielscher gemeinsam mit SPD-Mann Gerd Mehler den Umbau der Rhein-Main-Deponie in Wicker zum größten Ökostrom-Produzenten im Rhein-Main-Gebiet. Ohnehin habe es in der Kreispolitik nur selten überflüssigen Streit und Gezänk gegeben, lobte Hielscher. Der „Wohlfühlkreis“ habe auch einen „Wohlfühlkreistag“.

Mit dem hat es künftig Johannes Baron (FDP) zu tun, der als Kreisbeigeordneter gewissermaßen die Nachfolge Hielschers antritt. Der frühere Regierungspräsident wird sich im Landratsamt ebenfalls um das Sozial- und Umweltdezernat kümmern, während der zum Ersten Kreisbeigeordneten aufgerückte Wolfgang Kollmeier (CDU) weiterhin für die Schulen zuständig ist und wohl zusätzlich die Zuständigkeiten für Kultur und Gesundheit übernimmt.

Baron sei „einer der profundesten Kommunalpolitiker, die wir haben“, sagte Dirk Westedt. Und völlig fremd sind ihm seine neuen Aufgaben auch nicht. Als Erster Stadtrat hatte sich Baron von 1999 bis 2009 in Kelkheim unter anderem um die Sozialpolitik gekümmert. „Und ich weiß, was du da geleistet hast“, lobte Westedt, der Baron in diesem Amt beerbt hat.

Geschenke für Männer

Und noch ein weiterer Kelkheimer stand am Dienstagabend im Mittelpunkt der Feierstunde: Der Kreistagsvorsitzende Wolfgang Männer (CDU) erhielt reichlich Glückwünsche und Geschenke zu seinem 70. Geburtstag am Tag zuvor. Männer leite die Kreistagssitzungen „mit viel Umsicht und Humor“, würdigte Landrat Cyriax. Kelkheims Rathauschef Thomas Horn (CDU) ernannte den Jubilar gar zum „heimlichen Bürgermeister von Ruppertshain“.

Wenn Männer in dem Kelkheimer Ortsteil zum Bäcker gehe, dauere das in der Regel eine Stunde. Derzeit dürfte es sogar noch etwas mehr sein. Grund ist der große Ärger der Bürger über die Baupannen an der neuen Rossert-Schule. Deshalb hatte Horn eine große Bitte an Schuldezernent Kollmeier: „Das schönste Geburtstagsgeschenk könntest du ihm machen, wenn die Schule nach den Sommerferien eröffnet wird.“

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