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Rettender Ruf der Nachbarn

Eschborn Alte Dame lag 39 Stunden lang schwer verletzt im Keller / Landrat ehrt Ehepaar

Von ANNETTE FRIAUF

In den Niederhöchstädter Weingärten wird Nachbarschaft groß geschrieben. Viele Reihenhausbewohner leben seit 20 Jahren Tür an Tür. Sie besuchen einander, helfen sich aus und geben Bescheid, wenn sie verreisen. So halten es Gisela und Martin Veeck, so kennen sie es aus der Nachbarschaft. Der 68-jährige Rentner drückt es neudeutsch aus: "Wir sind hier in unserer Reihe ein bisschen vernetzt".

Diese gute Nachbarschaft erwies sich an einem Montag Anfang August im glücklichen Sinne als schicksalshaft. Im Haus von Veecks Nachbarin, einer älteren, gehbehinderten Dame, waren am späten Vormittag noch immer die Rollläden geschlossen. Was nicht den Gewohnheiten der 74-Jährigen entspricht. "Zwei Tage zuvor, am Samstag, war sie noch bei uns", sagt Martin Veeck. Die Nachbarn tauschten sich über die Pläne fürs Wochenende aus. Am Montag wollten sie sich wiedersehen.

Veecks waren den gesamten Sonntag unterwegs und kamen spät zurück. Dass die Rollläden ihrer Nachbarin bereits seit Samstag Abend nicht mehr bewegt worden waren, konnten sie nicht wissen. Noch weniger ahnen konnten sie die schlimme Notlage der alten Dame: Sie war auf der Kellertreppe gestürzt und lag hilflos mit Arm- und Handbrüchen, dazu mit kaputtem Jochbein, am Boden. Die Hilferufe der Alleinstehenden konnte niemand hören.

Montag Vormittag warteten die Veecks nicht lang. Sie klingelten - keine Reaktion. Nach mehreren Anläufen erreichten sie telefonisch die in Bonn lebende Tochter der Nachbarin. Diese gab Alarm. Feuerwehrleute drangen übers Badezimmerfenster in die Wohnung. Die schwer verletzte Dame wurde 39 Stunden nach ihrem Sturz ins Krankenhaus gebracht.

Für ihr menschliches Engagement wurde das Ehepaar Veeck jetzt vom Verein "Bürger und Polizei - für mehr Sicherheit" im Hofheimer Kreishaus geehrt. "Wir brauchen Bürger, die auf Mitmenschen achten", honorierte Landrat Berthold Gall. Den Geehrten war das Lob erst unangenehm. Sie haben indes nichts dagegen, ein gutes Beispiel abzugeben. "Man muss nach dem Nachbarn gucken", sagt Martin Veeck.

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