Eschborn

Resolution gegen neuen Stadtteil

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Parlamentsmehrheit lehnt Wohnungen westlich der Autobahn A 5 ab.

Bislang vertraten die Eschborner Stadtverordneten lediglich „eine sehr kritische Haltung zu der von der Stadt Frankfurt westlich der A5 geplanten Siedlungsentwicklung“. Eine wesentlich schärfer formulierte Resolution, die Bürgermeister Mathias Geiger (FDP) im Dezember 2017 gegen den neuen Stadtteil beidseits der Autobahn im Parlament vorgelegt hatte, bekam damals keine Mehrheit.

Am Donnerstagabend hat sich das Blatt gewendet. Geiger stellte erneut einen Resolutionstext zur Abstimmung, und eine knappe Mehrheit aus CDU, FDP, Freien Wählern sowie dem Abgeordneten Michael Bauer votierte dafür. Der Eschborner Magistrat wird demnach beauftragt, alle Möglichkeiten zu nutzen, um Wohnbebauung westlich der A5 und an den Gemarkungsgrenzen zu Eschborn, Steinbach und Oberursel zu verhindern. Der Vertreter Eschborns in der Verbandskammer des Regionalverbandes wird ferner angewiesen, die Entwicklung eines solchen Baugebietes strikt abzulehnen.

Es gehe nicht darum, Frankfurt sein Recht auf Stadtentwicklung zu abzusprechen, betonte Geiger. Eschborn wende sich lediglich gegen „überdimensionierte Pläne, die ohne Absprache verbreitet werden.“ Wenn Wohnungen westlich der A5 entstünden, so werde damit „eine rote Linie“ überschritten und die polyzentrische Struktur der Region zerstört. „Da hört jegliche Tolerierung auf.“ Wertvolle Ackerböden gingen verloren, sagte Geiger. Durch den zusätzlichen Verkehr würden ohnehin schon schwer belastete Verkehrsknotenpunkte in Eschborn am Ende kollabieren.

Während SPD und Grüne eine Resolution zum jetzigen Zeitpunkt mangels konkreter Planungen für unnötig hielten und dagegen stimmten, bekam Geiger Rückendeckung von seiner eigenen Partei, der FDP, von Freien Wählern und auch von den Christdemokraten. „Die Region braucht neue Wohnungen, aber nicht um jeden Preis“, sagte CDU-Sprecher Frederic Schneider und erinnerte an den Sternmarsch, bei dem CDU-Stadtverbände aus dem Taunus bereits im Sommer 2018 den Protest gegen die Bebauung westlich der A 5 öffentlich gemacht hatten. Die Parlamente von Steinbach und Oberursel hatten bereits zuvor Resolutionen gegen den neuen Frankfurter Stadtteil verabschiedet. Auch von Eschborn müsse jetzt ein klares Signal ausgehen, sagte Schneider. „Wir sind gegen noch mehr Verkehr und noch mehr Beton.“

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