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Archivar Wilfried Krementz neben einer Maria-Statue von 1755.
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Archivar Wilfried Krementz neben einer Maria-Statue von 1755.

Heimatmuseum Kriftel

Reliquien und Erinnerungen

Das Krifteler Heimatmuseum öffnet nach Ausbau und Neugestaltung wieder seine Pforten. Archivar Krementz hat unter anderem einen Kirchenraum eingerichtet. Von Claudia Horkheimer

Von Claudia Horkheimer

"Ich habe hier ein Grab, das können Sie haben oder ich werfe es auf den Sperrmüll", hatte Ursula K. (Name geändert) am Telefon gesagt. Gemeindearchivar Wilfried Krementz hatte sofort erkannt, dass das "Grab" - ein Holzkasten, ausgeschmückt mit Stoffblüten und Spitzen, in denen ein wächserner, etwa dreißig Zentimeter großer Jesus-Leichnam ruht - ein barocker Reliquienschrein war. Frau K. hatte das düstere Ding seit ihrer Kindheit in ihrem Zimmer und deswegen schon jede Menge Alpträume bekommen. Jetzt endlich konnte sie es loswerden. Das 300 Jahre alte Objekt ist aber nur eines der religiösen Ausstellungsstück des "Kirchenraumes" , wie Krementz einen der beiden neuen Räume des Krifteler Heimatmuseum nennt.

Das seit 1986 bestehende Heimatmuseum war wegen Umbaus und Neugestaltung ein Jahr lang geschlossen. Am kommenden Sonntag öffnet es erstmals wieder. Um gut ein Drittel hat sich die Ausstellungsfläche in dem ehemaligen Stallgebäude vergrößert. Zu sehen sind dort aber nicht nur Reliquienschreine und Jahrhunderte alte Heiligen-Figuren aus der Krifteler Bonifazius-Kapelle.

Exponate aus dem Ort

Krementz versucht, auch Dinge zu präsentieren, die die Krifteler interessieren. Das sind alte Fotos, Postkarten, Bücher, Haushaltsgeräte, Kleidungsstücke oder auch archäologische Funde, die bei Bauarbeiten in Kriftel entdeckt wurden. Endlich hat der Archivar genug Platz, seine Schätze zu zeigen. Auch eine Auswanderer-Ecke hat er eingerichtet. "1850 wanderte jeder zehnte Krifteler nach Amerika aus", sagt er. Er wollte wissen, was aus den Leuten wurde und schrieb die Nachkommen an. Die Resultate zeigt er jetzt.

Krementz will die Geschichte greifbar machen und Dinge zeigen, die es nicht mehr gibt am Ort. So kann man in 300 Jahre alten Akten stöbern oder ein Foto vom Zeppelin Hindenburg sehen, wie er 1936 über die Gartenstraße schwebt.

Das Krifteler Heimatmuseum ( Schulstraße 2) ist am Sonntag, 1. November, von 10 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Eintritt frei.

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