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Rathaus-Neubau gefährdet Zentrum

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In Eschborns Zentrum entsteht ein Einkaufszentrum. Hier ein Bild vom Richtfest.
In Eschborns Zentrum entsteht ein Einkaufszentrum. Hier ein Bild vom Richtfest. © FR/Schick

Eschborn soll sich lieber um soziale Projekte kümmern als sich ein neues Rathaus samt Stadthalle zu genehmigen, fordert SPD-Fraktionschef Gerrit Richter. Von Ralf Munser

Von RALF MUNSER

Die SPD-Fraktion ist gegen einen Neubau von Rathaus und Stadthalle zum derzeitigen Zeitpunkt. Dies sagte am Mittwoch Fraktionsvorsitzender Gerrit Richter in einer Pressekonferenz. Deshalb werde die Fraktion eine Entscheidung für einen Architekturwettbewerb - "der ja auch eine Grundsatzentscheidung über den Neubau ist" - in der Stadtverordnetenversammlung am kommenden Donnerstag ablehnen.

Laut Richter lehnt die SPD solch ein 100-Millionen-Euro-Projekt grundsätzlich ab, weil es vollkommene falsche Prioritäten setze. "Wie schon seit Jahren kommen dadurch andere für Bürger viel wichtigere soziale Projekte ins Hintertreffen". Entscheidender sei es, dass sich die Stadt um die Wohnquartiere Stadtpfad, Hanseatenviertel und Berliner Straße kümmere. "Da machen wir uns Sorgen." In den Gebieten gebe es eine "soziale Schieflage", so dass dort keiner mehr wohnen wolle. 70 bis 90 Prozent der Bevölkerung hätten einen Migrationshintergrund.

Eine Lösung sieht Richter in dem Landesprogramm "Soziale Stadt", das bereits mit viel Erfolg im Hattersheimer Südring praktiziert werde. Des Weiteren sollten Projekte wie die Schaffung von Krippenplätzen, der Neubau eines Jugendzentrums, der Bau eines Seniorenpflegezentrums sowie die Einrichtung einer Ganztagsschule nicht länger geschoben werden. "Keine der drei Eschborner Grundschulen ist Ganztagsschule."

Zudem könne die Fraktion auch aus formalen Gründen nicht zustimmen, so Richter. Zentrale Fragen seien nicht geklärt. So sei unklar, welche Einrichtungen in den Neubau sollten und ob das Projekt angesichts der Wirtschaftskrise überhaupt angemessen sei. "Keiner kann sagen, wie sich die Gewerbesteuer-Einnahmen entwickeln werden." Nicht geklärt sei außerdem, ob nicht Teile der Verwaltung ausgelagert werden könnten.

"Wir können noch ein paar Jahre mit dem jetzigen Zustand leben." Außerdem gefährde eine neue Großbaustelle mitten in der Stadt den Start des gerade fertig werdenden neuen Einkaufszentrums. "Man sollte den neuen Geschäften erst mal die Chance lassen, sich zu entwickeln." (rmu)

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