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Quereinstieg ins Rathaus

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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Der Sieg ist Eva Söllner bereits sicher

Die Rosen im Garten des kaisergelben Reihenhäuschens gehören längst geschnitten, dutzende Bücher stehen ungelesen im Schrank. Für ihre Hobbys hat Eva Söllner momentan so gut wie keine Zeit. Die 48-Jährige ist drauf und dran, Bürgermeisterin von Liederbach zu werden. Wie die Wahl am kommenden Sonntag ausgeht, lässt sich deshalb so sicher voraussagen, weil Eva Söllner die einzige Kandidatin sein wird. Ein Umstand, der die CDU-Frau, alles andere als glücklich macht. "Ich suche nicht auf Teufel kommt raus die Konfrontation, aber ich mag die sachliche Auseinandersetzung", sagt sie.

Letztere hat es in den vergangenen Wochen in Liederbach nicht gegeben. Eva Söller ist alleine auf Wahlwerbetour durch die Gemeinde gegangen, hat Bürger "Auf ein Bier" eingeladen, an Haustüren Lesezeichen, Bleistifte und Schoppendeckel verteilt. So gut wie überall sei sie sehr freundlich empfangen worden, sagt Eva Söllner. Den einen oder anderen hat sie, glaubt sie, auch davon überzeugt, von seinem Wahlrecht Gebrauch zu machen, obwohl er am Sonntag gar keine Wahl im eigentlichen Sinn hat.

Eva Söllners Lebenslauf ist rasch erzählt: 1960 im fränkischen Hof geboren, nach Schule und Studium der Germanistik und Hispanistik erste Anstellung beim Frankfurter Suhrkamp Verlag. Eva Söllner dient sich von der Sekretärin bis zur Lektorin für spanische und lateinamerikanische Literatur hoch, schreibt ein Buch über Rilke in Spanien. 1988 heiratet sie ihren Mann Peter und zieht nach Liederbach, 1993 kommt Tochter Franziska zur Welt. Eva Söllner gibt ihren gut dotierten Verlagsjob auf und arbeitet ab 1996 als freiberufliche Lektorin. Dass sie, wenn sie zum 1. Januar auf dem Chefsessel im Liederbacher Rathaus Platz nimmt, keinerlei Verwaltungserfahrung mitbringt, daraus macht Eva Söllner keinen Hehl. Dass die Latte für sie als Quereinsteigerin zu hoch liegt, glaubt sie aber nicht. "Der Gesetzgeber hätte es wohl zwingend vorgesehen, wenn eine Bürgermeisterin unbedingt Verwaltungserfahrung bräuchte", sagt sie pragmatisch. Mit gesundem Menschenverstand will sie die 62 Rathausmitarbeiter künftig führen.

Kein Wahlprogramm

In der Liederbacher Kommunalpolitik fühlt sich Eva Söllner sattelfest. Seit 1997 ist sie Mitglied der Gemeindevertretung. Seit acht Jahren engagiert sie sich in der CDU, 2006 wurde sie Fraktionsvorsitzende, leitet den Haupt- und Finanzausschuss und ist Mitglied im Vorstand der kommunalpolitischen Vereinigung Main-Taunus.

Dass mit der Umstellung des Liederbacher Haushalts von der Kameralistik auf die Doppik eine Menge Arbeit auf die Verwaltungsspitze zukommt, weiß Eva Söllner. Familienfreundlichkeit, Freizeitwert und das Miteinander aller Generationen sind weitere Stichworte, die in ihrer 14-seitigen Wahlbroschüre zu lesen sind. Ein ausführliches Programm für die nächsten Jahre hat die CDU-Kandidatin nicht zusammengestellt. "Ich trete erst mal mein neues Amt an und gehe einen Schritt nach dem anderen", sagt sie. "Da wird sich vieles finden."

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