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Aus dem Dornröschenschlaf erwacht: die ehemalige Cellulose-Fabrik Phrix.
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Aus dem Dornröschenschlaf erwacht: die ehemalige Cellulose-Fabrik Phrix.

Hattersheim

Quartier Latin in Okriftel

  • Kerstin Klamroth
    VonKerstin Klamroth
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Rund 300 Lofts sowie Geschäfte sollen auf dem 35 000 Quadratmeter großen Grundstück der ehemaligen Cellulose-Fabrik Phrix entstehen.

Ein Objekt mit Charme – so beschreibt Günter Daniels vom Offenbacher Unternehmen Brick-Consulting die ehemalige Cellulose-Fabrik Phrix. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Firma Brick, die mit der Entwicklung des Geländes beauftragt wurde, die meisten Gebäude am Mainufer in Okriftel stehen lassen will. Rund 300 Lofts sowie Geschäfte sollen auf dem 35 000 Quadratmeter großen Grundstück der Industriebrache entstehen.

Wer die Käufer der 130 Jahre alten Fabrik sind, wurde bei einer Sondersitzung des Bauauschusses am Dienstag nicht verraten – eine Investorengruppe mit englischem Hintergrund soll es sein. Bürgermeisterin Antje Köster (SPD) wies darauf hin, dass sich immer mal wieder Unternehmen für das Gelände interessiert hätten – die meisten hätten jedoch die Fabrikgebäude abreißen und neu bauen wollen. Einen anderen Weg geht nun Brick. Das Unternehmen ist spezialisiert darauf, alte Backsteinbauten zu „revitalisieren“, es hat zum Beispiel Lofts in den ehemaligen Güterbahnhof Süd in Frankfurt-Sachsenhausen gebaut. „Lass die Narben wo die Narben sind“, ist der Wahlspruch von Brick-Sprecher Daniels.

Unter Denkmalschutz

Außergewöhnlich ist, dass Brick von Beginn an den Kontakt zum Landesdenkmalamt sucht. Derzeit steht nur das ehemalige Verwaltungsgebäude an der Kirchgrabenstraße unter Denkmalschutz, die Villa wurde von Georg Metzendorf gebaut. Laut Daniels wird es jedoch eine weitere Begehung mit einem Experten des Denkmalamtes geben.

Derzeit gibt es rund 50 Mieter in der seit 1970 geschlossenen Fabrik: Künstler, Musiker, Betriebe, die hier ihre Waren lagern, und Autoschrauber. Vor allem die Phrix-Künstlergemeinschaft will Brick nicht vertreiben, im Gegenteil: Auf dem Gelände soll ein Künstlercafé eingerichtet werden, in dem die Maler und Bildhauer ihre Werke ausstellen können. Daniels beschwor bei seiner Präsentation die Szenerie des Pariser Studentenviertels Quartier Latin.

Für den Umbau hat Brick Planer vom Frankfurter Architekturbüro Albert Speer als Partner gewonnen. In sechs Jahren soll das Projekt beendet sein. Dass das Wohnen am Wasser seinen Preis haben wird, ist an der Zielgruppe erkennbar: „Individualisten mit kreativem Anspruch“ sollen die zwischen 100 und 300 Quadratmer großen Lofts bewohnen oder kaufen. Ein Team von Innenausstattern wird den Käufern zur Verfügung stehen, die Mieter oder Eigentümer können später ein Rundumpaket vom Babysitting bis zum Housekeeping buchen.

Amphibienbus

Um den Frankfurter Flughafen anzubinden, denkt Brick an ein Duckboat: Der Amphibienbus, kann die 134 Meter breite Wasserfläche des Mains bis ans Kelsterbacher Ufer durchqueren und die restlichen 2,5 Kilometer Fahrstrecke zum Flughafen zurücklegen. Laut Daniels sind darüber Gespräche mit der Wasserwirtschaftsbehörde geführt worden.

Die Mitglieder des Bauausschusses sorgten sich vor allem darüber, dass der Verkehr zunehmen und auf dem Gelände Altlasten vorhanden sein könnten. Stadtplaner Michael Denkel vom Büro Speer versuchte die Bedenken zu entkräften: Man befinde sich noch in einer sehr frühen Phase, diese Fragen würden im Rahmen des Bauleitverfahren geklärt. Brick geht von einer Mehrbelastung von 214 Autos am Morgen und 140 Fahrzeugen am Abend aus. Das Gelände soll über acht Ein- und Ausfahrten angebunden werden.

Die Bürgerversammlung zum Umbau der Phrix findet am Montag, 4. August, um 19.30 Uhr im Haus der Vereine in Okriftel, Johann-Sebastian-Bach-Straße 1, statt.

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