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Auf dem Coca-Cola-Areal herrscht viel Betrieb.
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Auf dem Coca-Cola-Areal herrscht viel Betrieb.

Coca-Cola

Protest gegen Coca-Cola-Pläne

  • Torsten Weigelt
    VonTorsten Weigelt
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Coca-Cola in Liederbach plant die Vergrößerung des Firmengeländes. Das stößt nicht nur auf Zustimmung: Die Anwohner befürchten durch die Expansion mehr Abgase und Lärm. Bürgermeisterin Söllner sucht nach einem Kompromiss.

Bei Coca-Cola in Liederbach stehen die Zeichen auf Wachstum. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen eine neue Produktionslinie in Betrieb genommen. Bis zu 100.000 Flaschen können nun pro Stunde abgefüllt werden. In den kommenden Jahren sollen es noch deutlich mehr werden. „Das zeigt, dass die Bedingungen in Liederbach stimmen“, sagt Bürgermeisterin Eva Söllner (CDU).

Für die geplante Expansion reicht allerdings der Platz auf dem bestehenden Firmengelände nicht aus. Als Notbehelf hat Coca-Cola derzeit eine Lagerfläche in Butzbach angemietet. „Das ist natürlich weder ökonomisch noch ökonomisch sinnvoll“, findet Söllner. Deshalb unterstützt sie den Getränkekonzern bei seinen Plänen, das bestehende Firmenareal in Liederbach zu erweitern. Ein erster Versuch ist jedoch bereits gescheitert. Zwar war der Regionalverband damit einverstanden, ein Grundstück südlich des Betriebes umzuwidmen, doch der Eigentümer, ein Landwirt, wollte nicht verkaufen.

"Katastrophe für Anwohner"

Aber auch Plan B ruft bereits Widerstand hervor. Denn als Alternative hat Coca-Cola nun ein Areal westlich des Firmengeländes am Sindlinger Weg ins Auge gefasst. Auf zwei Hektar soll dort ein Park- und Rangierplatz für Lastwagen entstehen sowie ein Parkhaus für die Beschäftigten. Außerdem soll das Gelände als Ausgleichsfläche für Hochregallager dienen, das auf dem bestehenden Coca-Cola-Gelände entstehen soll. Der Vorteil: Die avisierte Erweiterungsfläche ist bereits als Gewerbegebiet ausgewiesen. Der Nachteil: Sie grenzt direkt an die Gagfah-Siedlung, ein Wohngebiet.

„Das ist eine Katastrophe für die Anwohner“, moniert Ulf Lesemann, der eine Bürgerinitiative (BI) gegen das Vorhaben ins Leben gerufen hat. Fast 200 Menschen hätten bereits schriftlich Einsprüche gegen die Pläne erhoben, teilt er mit. „Dabei haben wir bislang noch gar nicht in ganz Liederbach mobilisiert.“ Die Kritik der BI zielt vor allem auf den Park- und Rangierplatz. Der zu erwartende Lärm und die Abgase von bis zu 60 Diesel-Lastern in direkter Nachbarschaft zu den Wohnhäusern sei „absolut unakzeptabel“, so Lesemann. Zudem verweist er darauf, dass das Gewerbegebiet am Sindlinger Weg im jüngst mit großem Aufwand erstellten Masterplan Liederbach 2025 ausdrücklich für „hochwertige, nicht störende Unternehmen“ reserviert wird.

Das räumt Eva Söllner ein. Allerdings sieht sie in dem avisierten Areal auch die „letzte Möglichkeit“ für die Coca-Cola-Erweiterung. Denn auch ein möglicher Ausbau nach Osten gen Unterliederbach sei bereits erfolglos geprüft worden. Derzeit arbeite die Verwaltung gemeinsam mit den Fraktionen an einem Bebauungsplan für das Gelände am Sindlinger Weg, teilt Eva Söllner mit. „Dabei sollen auch die Wünsche der Anwohner berücksichtigt werden“, sagt sie zu. Ziel sei „eine Variante, mit der alle leben können“. Ohnehin stehe die Planung noch ganz am Anfang. Nach Einschätzung von Eva Söllner wird sie sich auf jeden Fall noch über das laufende Jahr hinziehen.

Keine reinen Nein-Sager

Die BI zeigt ebenfalls Kompromissbereitschaft. „Wir haben nichts gegen Coca-Cola“, betont Ulf Lesemann. Und als reiner Nein-Sager will die BI auch nicht dastehen. Deshalb hat sie einen Alternativ-Vorschlag entwickelt. Dieser sieht vor, dass Coca-Cola mit seinem Verwaltungsgebäude auf die neue Fläche umzieht. Dafür könnte dann auf dem bestehenden Gelände der LKW-Parkplatz gebaut werden – und somit von dem Wohngebiet wegrücken. Was aus Sicht von Ulf Lesemann gleichzeitig den Vorteil hätte, dass das übrige Gewerbegebiet westlich des Sindlinger Wegs, das insgesamt fünf Hektar groß ist, für andere ansiedlungswillige Unternehmen attraktiver wäre.

Auch Coca-Cola sei an einem guten Einvernehmen mit den Anwohnern interessiert, betont Firmensprecher Geert Harzmann. Dem Vorschlag der BI gibt er jedoch keine Chance. „Für das Verwaltungsgebäude benötigen wir eine deutlich kleinere Fläche als für den LKW-Parkplatz.“ Deswegen mache ein Tausch keinen Sinn.

Allerdings sieht er in dem Bauvorhaben auch Vorteile für die Anwohner. Derzeit müssten die Lastwagen wegen der fehlenen Parkfläche regelmäßig auf öffentlichen Wegen parken, was Rückstaus verursache. Das würde in Zukunft entfallen. Zudem werde sich das Unternehmen bemühen, durch viel Grün und die Farbgestaltung des Parkhauses „eine möglichst optisch neutrale Umsetzung zu erreichen und zusätzlicher Geräuschemission entgegenzuwirken“.

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