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"Pläne für Fußgängerzone sind verfrüht"

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Der Chef des Hofheimer Handelsvereins, Peter Blumenberg, fordert im FR-Interview mehr Parkplätze und eine Verkehrsentlastung.

Die Fußgängerzone soll auf den unteren Teil der Hauptstraße ausgedehnt werden. Das schlägt der Verkehrsentwicklungsplan für Hofheim vor. Auch die Kreuzung am Eiscafé Venezia soll für Autos gesperrt werden. Was hält der Verein Industrie, Handel, Handwerk von dieser Idee?Man darf sich nicht nur einen Punkt aus dem Verkehrsentwicklungsplan herauspicken und umsetzen. Nötig ist ein Gesamtkonzept für die Innenstadt, mit einem Verkehrsleitsystem und zusätzlichen Parkplätzen. Man braucht unbedingt eine Entlastung, ehe man den Verkehr noch mehr limitiert. Deshalb ist die Verlängerung der Fußgängerzone aus meiner Sicht noch Schnee von übermorgen.

Derzeit ist der Parkplatz-Suchverkehr ein großes Problem in Hofheim. Was kann man dagegen tun?Wir wünschen uns zum Beispiel schon lange, dass das Parkhaus am Bahnhof ins Parkkonzept mit eingebunden wird. Derzeit ist es für Park & Ride-Nutzung ausgewiesen. Mir tut es immer in der Seele weh, wenn ich sehe, wie viele Parkplätze da samstags leer stehen. Das Parkhaus liegt optimal und müsste nur besser ausgeschildert und an die Innenstadt angebunden werden. Das sieht der Verkehrsentwicklungsplan übrigens ausdrücklich vor. Es ist klar, dass wir die kurzfristige Umsetzung dieser Maßnahme sehr begrüßen würden.

Dass in Hofheim die erste Stunde Parken gratis ist, sieht der Verkehrsentwicklungsplan kritisch, weil es noch mehr Autos in die Stadt lockt. Er schlägt ganz im Gegenteil vor, das Parken in der Innenstadt teurer zu machen als in den Randbezirken.Die Kunden sehen das anders. Die Abschaffung der Parkgebühren für die erste Stunde kam bei ihnen sehr gut an. Das kann man jetzt schlecht wieder rückgängig machen. Für das Marketing der Innenstadt wäre die Wiedereinführung der Parkgebühr in der ersten Stunde ein Graus. Denn wir müssen mit dem Main-Taunus-Zentrum konkurrieren, das hauptsächlich mit seinen kostenlosen Parkplätzen wirbt.

Nochmal zur Verlängerung der Fußgängerzone. Vorausgesetzt, sie ist Teil eines Gesamtkonzepts und die Parksituation hätte sich entspannt. Glauben Sie, dann wären die Geschäftsleute in der unteren Hauptstraße dafür?Da stehen sich die Ansichten der Kollegen unversöhnlich gegenüber und es wird wohl nie eine einheitliche Meinung geben. Ich schätze, die Gastronomie wäre eher dafür, weil es ihre Außenbewirtschaftung aufwertet, wenn kein Verkehr fließt. Die Inhaber der Geschäfte sehen eine autofreie Zone vor ihrer Tür dagegen teilweise kritisch. Meine persönliche Meinung dazu: Wenn die Randbedingungen stimmen, sollte man die Ausdehnung der Fußgängerzone umsetzen.

Interview: Barbara Helfrich

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