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Main-Taunus

Pilgern und Shoppen

  • Torsten Weigelt
    VonTorsten Weigelt
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Im neuen MTK-Jahrbuch 2015 beleuchten 28 Autoren Geschichte und Gegenwart des Kreises. „Jeder der Beiträge bereichert unsere Kenntnisse über den Main-Taunus-Kreis und vertieft zudem unser Verständnis für Geschichte und Gegenwart“, lobt Landrat Michael Cyriax (CDU).

Der Gimbacher Hof ist nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel, sondern auch eine bedeutsame (lokal-)historisch Stätte. An dem unscheinbaren Bachlauf zwischen Kelkheim und Fischbach stand einst eine Wallfahrtskapelle, die bis zu ihrem Abriss im 19. Jahrhundert zeitweise das wichtigste Pilgerziel im Bistum Mainz war. Noch bis heute kommen Katholiken aus Mainz-Kostheim einmal im Jahr nach Gimbach und in die Fischbacher Dreifaltigkeitskirche, wo sich inzwischen das Gimbacher Wallfahrtsbild befindet – auch Kardinal Karl Lehmann war schon unter ihnen.

Lange Zeit war allerdings unklar, wo sich die Überreste der einstigen Wallfahrtskapelle befinden. In seinem Beitrag für das neue Main-Taunus-Jahrbuch berichtet der Kelkheimer Stadtarchivar Dietrich Kleipa über die erfolgreiche Suche im heutigen Obstgarten des Gimbacher Hofes. Und er beschreibt auch die Vorgängerbauten der Kapelle, deren Historie möglicherweise bis ins 7. Jahrhundert zurückreicht. Aus dieser Zeit jedenfalls stammt der sogenannte Roteldisstein, ein Grabstein, der bezeugt, dass zu dieser Zeit schon Christen im heutigen Main-Taunus-Kreis gelebt haben.

Doch nicht nur die weit entfernte Vergangenheit wird im MTK-Jahrbuch 2015 beleuchtet. So schreibt der Journalist Manfred Becht über das Main-Taunus-Zentrum, das 1964 als erste Shopping-Mall nach US-amerikanischem Vorbild in Deutschland eröffnet worden ist – und sich seitdem zu einer Art Wallfahrtsort der Konsumgesellschaft entwickelt hat.

28 Beiträge

Das neue Jahrbuch umfasst insgesamt 28 Beiträge. Gleich zwei von ihnen befassen sich mit dem Ersten Weltkrieg. So geht Bernd Blisch der Frage nach „Wie Kriege beginnen“ und zitiert dabei aus dem Kriegstagebuch des Flörsheimer Bürgermeisters Jakob Lauck. Stefan Hauck wiederum beschreibt „Was man in der Brühlstraße 5 in Hofheim vom Krieg erfuhr“.

Tilman Ochs schildert die Erfolgsgeschichte einer Niederhöchstädter Auswandererfamilie in den Vereinigten Staaten, während Katharina Schaaf den Lebenslinien der Alice Rodewald-von Dieskau folgt, die sie aus den Südstaaten der USA über verschiedene Umwege nach Kelkheim am Taunus führten, wo sie Eigentümerin des Rettershofes wurde.

Noch weiter zurück blickt Monika Rohde-Reith in ihrem Beitrag zur „Hygiene auf Burg Eppstein“, während Christiane Schalles die „Sommerfrische in Soden“ der Jahre zwischen 1700 und 1850 schildert. Eschborns Stadtarchivar Gerhard Raiss wiederum befasst sich mit dem Aufenthalt Berliner Ferienkinder 1953 in der Stadt.

„Jeder der Beiträge bereichert unsere Kenntnisse über den Main-Taunus-Kreis und vertieft zudem unser Verständnis für Geschichte und Gegenwart“, lobt Landrat Michael Cyriax (CDU). Dabei kommen auch Natur und Kultur zu ihrem Recht. So porträtiert Michael Orf die „heimlichen Rückkehrer“ Uhu und Wildkatze, die nach jahrzehntelanger Abwesenheit im Main-Taunus-Kreis wieder heimisch geworden sind. Kulturamtsleiterin Johanna Kiesel erklärt, warum sich Eschborn inzwischen den Beinamen „Stadt der Skulpturen“ verdient hat. Und der Gründer Wolfgang Janecke dokumentiert den Aufbau „seines“ Schulmuseums in Kriftel, das in diesem Jahr das 25-jährige Bestehen feiern konnte.

Das MTK-Jahrbuch ist 203 Seiten stark und kostet 7 Euro. Erhältlich ist es im Landratsamt und den örtlichen Buchhandlungen. Außerdem kann es unter Telefon 06192/2011638 und per E-Mail an kultur@mtk.org bestellt werden.

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