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Richard Sippl (li.) als Medizinalrat mit den Fotografen Tanja Maria und Wolfgang Männel.
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Richard Sippl (li.) als Medizinalrat mit den Fotografen Tanja Maria und Wolfgang Männel.

Bad Soden

64 Persönlichkeiten zum Anfassen

Die Ausstellung „Bad Sodener Köpfe – live!“ ist noch bis Ende Februar zu sehen.

Von Jöran Haders

Richard Sippl ist ein waschechter Sodener. Dabei ist der 71-Jährige nicht am Taunus geboren, sondern in Oberösterreich. „Als ich ein Kind war, kam meine Familie nach Bad Soden, weil mein Vater, der Glasbläser war, eine Anstellung im Rosenthal-Glaswerk bekommen hatte“, erinnert sich Sippl. Als Bub ging er in Soden zur Schule, später arbeitete er jahrzehntelang für die Stadt. Daher war es klar, dass Richard Sippl gefragt wurde, als das Fotoprojekt „Bad Sodener Köpfe“ geplant wurde.

Im vergangenen Jahr haben Tanja Maria und Wolfgang Männel Portrait-Fotografien von 100 Sodener Persönlichkeiten aufgenommen und die Bilder in einem Buch veröffentlicht. Die dazugehörige Ausstellung ist noch bis zum 28. Februar in der Stadtgalerie im Badehaus im alten Kurpark zu sehen. Am Samstag war Richard Sippl in der Ausstellung zu Gast und erzählte Anekdoten aus der jüngeren und älteren Geschichte der Stadt.

Dafür schlüpfte er wieder einmal in die Rolle des Medizinalrats Dr. Otto Thilenius – einer historischen Person der Stadtgeschichte. Seit 2002 leitet er in dieser Rolle mit Frack und Zylinder Stadtführungen, in denen er beispielsweise von Sodens glanzvoller Zeit als Kurstadt, den Besuchen von Felix Mendelssohn Bartholdy, aber auch von noch nicht ganz so lange zurückliegenden Ereignissen berichtet.

Ältere und neuere Geschichte von Bad Soden

Als Kulturamtsleiter hat Richard Sippl wichtige Veränderungen in Bad Soden aus erster Hand mitbekommen oder war sogar selbst daran beteiligt. Mit gemischten Gefühlen blickt er etwa auf den Bau des Hundertwasserhauses zurück. Das sei zwar wunderschön. Aber von Anfang an sei mit dem Haus auch viel Ärger verbunden gewesen. So wurde bei den Bauarbeiten Quellwasser verunreinigt, als Betonpflöcke für das Fundament in den Boden getrieben werden mussten. Später habe es Streit um die Nutzung eines Weges und um Parkplätze gegeben. Schließlich ließ der Bauherr, der im Lauf der Jahre Konkurs anmelden musste, Tafeln an der Fassade anbringen, auf denen zu lesen ist, dass die Kommune ihn beim Bau des Hauses behindert und gegen Recht und Gesetz verstoßen habe.

Zwei Veranstaltungen zum Abschluss

Mitgebracht hatte Richard Sippl am Samstag auch Briefe und Zeichnungen von Sodens berühmtestem Kurgast. „Anhand einer Zeichnung Felix Mendelssohn Bartholdys lässt sich heute noch genau erkennen, wo der Komponist damals am liebsten gesessen hat“, stellte Sippl fest. Mendelssohn hatte die Kurstadt in den Sommermonaten der 1844 und 1845 besucht.

Nur ein paar Jahre seines Lebens hat Sippl nicht in Bad Soden verbracht. Von 1959 bis 1963 wohnte er mit seiner Familie im benachbarten Sulzbach.

Die Ausstellung „Bad Sodener Köpfe – live!“ zeigt 64 der 100 Portraits des Fotoprojekts. Geöffnet ist die Schau mittwochs, samstags und sonntags von 14.30 bis 17.30 Uhr. Zum Abschluss der Ausstellung gibt es am kommenden Wochenende zwei Veranstaltungen: Am Samstag, 27. Februar, zeigt das Fliegen-Unternehmen Zaharee, wie handgefertigte Querbinder hergestellt werden. Und am Sonntag, 28. Februar, bietet das Obstgut Stamm hausgemachten Kuchen an und gibt Einblicke in die Neuenhainer Landwirtschaft.

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