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Gert Burschel kümmerte sich um das städtische Grün am Parkdeck.
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Gert Burschel kümmerte sich um das städtische Grün am Parkdeck.

Hofheim

Pate des Parkdecks

  • Kerstin Klamroth
    VonKerstin Klamroth
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Gerhard Burschel hat 25 Jahre lang die Blumen an der Kurhausstraße gepflegt.

Im Grunde, so sagt er, habe er ja selbst davon profitiert. Denn der Blick aus Gerhard Burschels Wohnzimmerfenster fiel genau auf die Blumenpracht, die er ein Vierteljahrhundert lang mit Liebe gepflegt hat. Jetzt ist der Pate des Parkdecks an der Kurhausstraße für seine ehrenamtliche Arbeit geehrt worden. Stadtrat Wolfgang Winckler (SPD) überreichte ihm einen Hofheimer Golddukaten, ein paar Flaschen Diedenbergener Wein und einen Blumenstrauß.

25 Jahre lange hat sich Gerhard Burschel, der bis vor kurzem in der Stefanstraße wohnte, vom Frühjahr bis zum Herbst um die Blumenkübel am Parkdeck gekümmert. Die Patenschaft vermittelte ein ehemaliger Mitarbeiter der Stadtverwaltung, der in der Nachbarschaft der Familie Burschel lebte. Weit mehr als hundert Stunden im Jahr hat Burschel die Pflanzen gewässert, zurückgeschnitten und Unkraut gejätet. An manchen heißen Sommertagen war er nach der Arbeit zwei bis drei Stunden unterwegs, um alle Blumen zu gießen.

Im Laufe der Jahre wurde er auch zum Ansprechpartner für die Nutzer des Parkdecks. Ob sich Risse in der Asphaltdecke zeigten oder Unrat entfernt werden musste, Burschel hatte stets einen kurzen Draht zur Stadtverwaltung. Manchmal hat der ehemalige Polizist auch Jugendliche ermahnt, die sich auf dem Parkdeck trafen und Bierflaschen zurückließen. Dass der 70-Jährige einen grünen Daumen hat, ist an den vielen Bonsais zu erkennen, die er in seiner Freizeit gezüchtet hat.

Das Experimentieren mit den Pflanzen macht ihm Spaß. Vor allem auf zwei Pfennigbäume ist Burschel stolz, sie wachsen unbeschnitten mehr als ein Meter hoch. „Was irgendwie ging, habe ich in die Bonsai-Schale gezwängt“, sagt Burschel, „und beim geringsten Wachstum war ich mit dem Messer da.“

Auf ehrenamtliche Helfer angewiesen

Ehefrau Ursel Burschel und Sohn Frank haben das ehrenamtliche Engagement mitgetragen. Wenn Gerhard Burschel verhindert war, griffen sie zur Gießkanne. Laut Stadtrat Wolfgang Winckler ist die Verwaltung auf solche Paten wie Gerhard Burschel angewiesen: „Mit den hauptamtlichen Mitarbeitern allein könnten wir die Pflege der Grünflächen und Blumenarrangements gar nicht bewältigen.“ Deswegen sucht die Stadt laufend Bürger, die sich darum kümmern wollen.

Grünflächen-Manager Michael Lang zählt derzeit vier offizielle Paten, die sich für einen Kräutergarten in Marxheim und Beete in Langenhain einsetzen. Andere, wie der Lorsbacher Erwin Zeitz, erledigen diese Arbeit, ohne viel Aufhebens darum zu machen. Der Ortsbeiratsvorsitzende bepflanzt und pflegt seit Jahren die Blumenkübel auf der Brücke über den Schwarzbach und trägt Verantwortung für das Beet unter der neu gepflanzten Linde. Zarte Ansätze von Guerilla-Gardening gibt es ebenfalls in Lorsbach.

Dort haben Bürger die Kübel vor dem Kindergarten in der Talstraße mit Tomaten und Gemüse bepflanzt. Gerhard Burschel wird nun erstmal sein Amt abgeben: Er zieht mit seiner Frau nach Diedenbergen. Dort will er mehr Zeit seinem zweiten Hobby, dem Fotografieren, widmen.

Wer die Patenschaft für ein Beet oder Blumenkübel übernehmen will, kann sich unter der Telefonnummer 06192/ 202 439 bei Michael Lang melden.

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