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Dass Feuerwehrleute im Falle eines Einsatzes vom Arbeitgeber freibekommen, steht  zwar im hessischen Brand- und Katastrophenschutzgesetz festgeschrieben. Selbstverständlich ist es aber nicht überall.
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Dass Feuerwehrleute im Falle eines Einsatzes vom Arbeitgeber freibekommen, steht zwar im hessischen Brand- und Katastrophenschutzgesetz festgeschrieben. Selbstverständlich ist es aber nicht überall.

Hattersheim

Im Notfall bereit

Die Feuerwehr ist auf Arbeitgeber angewiesen, die kein Problem damit haben, wenn ein Mitarbeiter alles liegen lässt, um zum Einsatz zu eilen. Die Hattersheimer Firma Poly-Clip ist jetzt als „Partner der Feuerwehr“ gewürdigt worden.

Von Jöran Harders

Wenn bei der Feuerwehr ein Notruf eingeht, ist rasches Handeln gefragt. „Wir brauchen für unsere Tagesbereitschaft mindestens 16 Feuerwehrleute, die bei einem Alarm schnell zur Stelle sein können“, stellt Stadtbrandinspektor David Tisold fest. Für die Freiwillige Feuerwehr Hattersheim ist es keine einfache Sache, die Tagesbereitschaft aufrechtzuerhalten.

Zwar haben die Einsatzabteilungen für die drei Stadtteile Hattersheim, Eddersheim und Okriftel insgesamt 120 Mitglieder, was zunächst einmal sehr viel klingt. Doch weil die meisten dieser ehrenamtlichen Feuerwehrleute berufstätig sind, ist nur ein kleiner Teil von ihnen tagsüber einsatzbereit.

„Wir sind deshalb auf Arbeitgeber angewiesen, die ein gewisses Verständnis für die Arbeit der Feuerwehr aufbringen und unsere Mitglieder für Notfälle freistellen“, sagt Tisold. Feuerwehrmann Marc Andreas kann, wenn es irgendwo brennt oder die Wehr zu einem anderen Einsatz gerufen wird, alles stehen und liegen lassen. Er eilt dann von seinem Arbeitsplatz bei der Hattersheimer Firma Poly-Clip, wo er als Monteur für Automationseinrichtungen angestellt ist, zur Feuerwache, um gemeinsam mit seinen Kameraden anderen zu helfen.

Wer bezahlt, bestimmt

Dass er von seinem Arbeitgeber dafür freibekommen muss, ist zwar im hessischen Brand- und Katastrophenschutzgesetz festgeschrieben. Dennoch sei es alles andere als selbstverständlich, dass die Mitglieder der Feuerwehr tatsächlich während ihrer Arbeitszeit für die Tagesbereitschaft zur Verfügung stehen, bedauert Tisold. Das hänge zum einen damit zusammen, dass viele Hattersheimer in anderen Orten arbeiten und im Falle eines Falles gar nicht schnell genug am Einsatzort wären. „Es gibt aber auch Arbeitgeber, die ganz klar sagen: Wer bezahlt, bestimmt“, weiß Tisold. In diesem Fall lasse es kein Feuerwehrmann darauf ankommen, seinen Job zu verlieren.

Umso wichtiger sind die positiven Beispiele, die zeigen, dass es auch anders geht. Der Inhaber der Firma Poly-Clip, Frank Niedecker, möchte mit der Freistellung seines Mitarbeiters für Feuerwehreinsätze ganz bewusst ein solches positives Beispiel geben. „Es geht nicht, dass jeder nur an sich denkt“, erklärt Niedecker. Dass man gesellschaftliches Engagement zeige, „gehöre sich einfach so“, sagt der Firmenchef. Das sei auch eine Frage des Teamgeists, der in seinem Unternehmen ebenso wichtig sei wie bei der Feuerwehr.

Nicht mehr selbstverständlich

Gerade weil eine solche Einstellung von Mitarbeitern heutzutage eben nicht mehr selbstverständlich sei, wie David Tisold betont, kann es nicht schaden, das gute Beispiel besonders hervorzuheben. Dafür hat der Deutsche Feuerwehrverband die Aktion „Partner der Feuerwehr“ ins Leben gerufen.

Bürgermeisterin Antje Köster (SPD) und David Tisold haben gestern Poly-Clip-Geschäftsführer Joachim Meyerahn und Frank Niedecker ein Schild mit dem Aufdruck „Partner der Feuerwehr“ überreicht, das bestätigt, dass ihre Firma die Arbeit der Feuerwehr unterstützt. Außerdem gab es eine anerkennende Urkunde des hessischen Innenministers. Köster hofft, dass das Vorbild von Poly-Clip viele Nachahmer findet: „Das Prinzip der Freiwilligen Feuerwehren kann zukünftig nur funktionieren, wenn das Engagement der Feuerwehrleute von ihren Arbeitgebern mitgetragen wird.“

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