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Den normalen Lebensrhythmus beibehalten

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Von: Andrea Rost

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Senioren.
Senioren. © dpa

Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) startet eine Wohngemeinschaft für Demenzkranke in Weilbach. Noch gibt es für die Rund-um-die-Uhr-Betreuung vom ASB freie Plätze.

Der alte Mann, der in dem Haus Ecke Frankfurter Straße/Rüsselsheimer Straße lebte, wurde gut gepflegt. So gut, dass er zum Dank dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) das dreigeschossige Gebäude vermachte. Seit seinem Tod steht es leer. „Wir haben lange überlegt, was damit geschehen soll“, sagt die Koordinatorin Petra Lang. 2007 stand fest: Eine Wohngemeinschaft für Demenzkranke soll darin unterkommen. Organisiert wird die Rund-um-die-Uhr-Betreuung vom ASB, die Pflege sollen ambulante Dienste leisten. Zehn Einzelzimmer kann der ASB in dem Haus vermieten. Individuell sollen sie für die Bewohner eingerichtet werden. Dazu gibt es Gemeinschaftsräume wie Küche, Ess- und Wohnzimmer und einen Garten. „Wir planen eine maßgeschneiderte Versorgung für Menschen, die an Demenz erkrankt sind und gerne im Gemeinschaft leben wollen“, sagt Petra Lang. Die WG-Bewohner sollten möglichst aus der näheren Umgebung kommen, beim Einzug mindestens 65 Jahre alt und noch mobil sein. Ein Facharzt muss die Demenz diagnostiziert haben, ebenso die Pflegebedürftigkeit (mindestens Pflegestufe 1). Bei der Gestaltung des Alltags, so Petra Lang, könnten die dementen Bewohner mitentscheiden. „Das ist eine der Besonderheiten an unserem Projekt. Wir haben einen sehr guten Betreuungsschlüssel und möchten, dass die Kranken möglichst viel von ihrem normalen Lebensrhythmus beibehalten, wenn sie in die Wohngemeinschaft umziehen.“ Ein Zimmer in der Weilbacher Dementen-WG wird etwas mehr kosten als ein Pflegeplatz in einem Heim. Über die Finanzierung werde derzeit noch verhandelt. Petra Lang: „Wir hoffen, dass wir eine Kostenübernahme hinbekommen.“ Die ambulanten Betreuungskosten übernähmen die Pflegekassen.

Die Dementen-Wohngemeinschaft ist das dritte Projekt dieser Art im Main-Taunus-Kreis. Ähnliche, wenn auch kleinere Angebote gibt es bereits in Bad Soden und in Liederbach.

Am Tag der offenen Tür kann die Wohngemeinschaft für Demenzkranke in der Frankfurter Straße 2 in Flörsheim-Weilbach besichtigt werden. Koordinatorin Petra Lang vom Arbeiter-Samariter-Bund ist erreichbar unter Telefon 0180/3111002 (9 Cent pro Minute), E-Mail: P.Lang@asb-gse-hessen.de

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