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Dick Byer liest gerne – auch gemeinsam mit anderen.
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Dick Byer liest gerne – auch gemeinsam mit anderen.

Bad Soden

Nicht immer jugendfrei

Das Kulturcafé ist seit vier Jahren zwangloser Treffpunkt für Literaturliebhaber.

Von Jöran Haders

„Wir haben es einfach gemacht“, sagt Dick Byer. „Und es fühlt sich gut an.“ Der Bad Sodener sitzt gemütlich im Schaukelstuhl in seinem Wohnzimmer und berichtet von den Anfängen des Kulturcafés. Das sei vor vier Jahren aus einem zwanglosen Treffen heraus entstanden. „Man könnte sich doch mal zu einem Vorleseabend treffen“, hatten sich Byer und ein paar andere Kulturinteressierte gedacht. Gedanken um ein Konzept machte sich damals niemand.

Was der Abend bringt, weiß niemand vorher

Und genau das ist vielleicht sogar das Erfolgsrezept des Kulturcafés, vermutet Heinz Seufert, der gemeinsam mit Byer zum harten Kern der Runde gehört. Denn bis heute gibt es für die Kulturcafé-Abende kein Programm und so gut wie keine Vorbereitung. „Das Einzige, was wir machen, ist, dass wir eine Mail herumschicken und den Termin bekanntgeben. Was der Abend dann bringt, weiß niemand vorher“, erzählt Seufert.

Die Besucherzahlen zeigten, dass ein solches Angebot vorher offensichtlich gefehlt habe, bilanziert Dick Byer, der früher als Wissenschaftler gearbeitet hat. In einer Kladde hat er Statistik geführt: knapp 20 bis über 50 Besucher zählte er bei den Treffen, die alle sechs bis acht Wochen stattfinden. Immer noch sind es Vorleseabende, zu denen die Teilnehmer Selbstgeschriebenes mitbringen oder Literatur, von der sie annehmen, dass sie den anderen gefällt.

Dazu gibt es Live-Musik. Auch die kommt aus den Reihen der Teilnehmer. Heinz Seufert beispielsweise spielt Banjo, seine Frau Gitarre. Gemeinsam mit einem Bassisten spielen sie im Kulturcafé regelmäßig Blues.

Was vorgetragen wird, richtet sich einzig und allein nach dem Geschmack der Vortragenden. Oft seien es witzige Geschichten, in der Regel aber kein Schulterklopfhumor, wie Byer feststellt. Auch seien die Inhalte nicht immer jugendfrei. „Das macht aber nichts. Der Altersdurchschnitt im Kulturcafé ist ziemlich hoch“, sagt Seufert. Nur zwei Regeln gibt es: Die Beiträge sollen nicht länger als etwa zehn Minuten sein und das Publikum soll aufmerksam und rücksichtsvoll zuhören. „Ausgebuht wird bei uns niemand“, betonen Byer und Seufert.

Weitermachen, solange das Interesse da ist

Seine Heimat hat das Kulturcafé in einem kleinen Saal im Ramada-Hotel gefunden. Anfangs traf man sich im Weinlokal „Eichhörnchen“ – als das Lokal schließen musste, organisierte Seufert den Saal im Hotel. Das Ramada stellt den Raum kostenlos zur Verfügung und verdient an der Bewirtung der Gäste. „Wenn genügend Leute kommen, lohnt sich das für das Hotel. Und wir müssen keinen Eintritt verlangen“, so Seufert.

Seit vier Jahren gibt es das Kulturcafé. Und Seufert und Byer wollen weitermachen, „solange das Interesse da ist“. Viel Werbung machen die beiden für das Kulturcafé ganz bewusst nicht. „Es gibt einen Veranstaltungshinweis auf der Internetseite der Stadt. Das reicht“, erklärt Seufert. Viel größer werden könne das Kulturcafé ohnehin nicht. Wenn wir mehr Besucher hätten, müssten wir in einen größeren Raum wechseln. Das würde aber die Atmosphäre kaputtmachen“, meint Byer.

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