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Neuer Pfarrer für Vorzeigegemeinde

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Von: Andrea Rost

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Karsten Böhm will als Pfarrer eigene Wege gehen.
Karsten Böhm will als Pfarrer eigene Wege gehen. © Schick

Karsten Böhm wird Pfarrer der Andreasgemeinde in Niederhöchstadt. Dass er damit in große Fußstapfen tritt, weiß er. Doch er hat einige neue Ideen.

Ihr Wohnhaus unweit der Kirche haben sie schon bezogen: Karsten Böhm, seine Frau Kathrin und die zwei Jahre alte Tochter Emmi. Karsten Böhm ist der neue Pfarrer der Niederhöchstädter Andreasgemeinde. Ende vergangenen Jahres hat ihn der Kirchenvorstand einstimmig zum Nachfolger von Klaus Douglass gewählt.

Die Fußstapfen, in die der 34-Jährige tritt, sind groß. Klaus Douglass hat die Andreasgemeinde in 20 Jahren zu einer Vorzeigegemeinde der evangelischen Kirche in ganz Deutschland gemacht. Als Pfarrer hat er Projekte wie die „GoSpecial“-Gottesdienste im Main-Taunus-Zentrum initiiert. Der moderne Gottesdienst wurde 2009 als Preisträger im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ ausgezeichnet.

„Klar hab’ ich Zweifel gehabt, ob die Aufgabe nicht zu groß ist für mich“, sagt Karsten Böhm. Für ihn steht aber auch fest: „Ich kann und will kein zweiter Klaus Douglass sein. Das würden die Leute nicht wollen.“

Alle Menschen im Blick

Böhm hat seine eigenen Vorstellungen, was er als Pfarrer in der Andreasgemeinde erreichen möchte. Der gebürtige Hattersheimer, der in Frankfurt, Marburg, Jerusalem, Heidelberg und Mainz Theologie studierte, hat früh begonnen, sich in der Jugendarbeit zu engagieren. Als Jugendmitarbeiter und Leiter der Konfirmandenarbeit war er während seines Studiums auch schon in der Andreasgemeinde tätig. „Von damals kennen mich hier noch eine Menge Leute“, sagt er.

Sein Vikariat absolvierte er in Mainz-Gonsenheim, das Spezialvikariat führte ihn nach Costa Rica, von wo aus er auch die deutschsprachigen Christen in Panama, Honduras und Nicaragua betreute. Auf einer einjährigen Weltreise hatte Karsten Böhm zuvor bereits Neuseeland, Australien und Lateinamerika erkundet.

2007 wurde er Pfarrvikar in Rosbach bei Friedberg. Die Andreasgemeinde in Niederhöchstadt ist nun seine zweite Stelle. Seit Dezember vergangenen Jahres ist er Pfarrer auf Lebenszeit.

„Klaus Douglass und ich haben ein ähnliches Gemeindekonzept – wir sind missionarisch, haben ein offenes Herz für Menschen, die der Kirche distanziert gegenüberstehen“, sagt Karsten Böhm. „Vom Typ her sind wir aber sehr unterschiedlich: Ich mag viele Menschen um mich. Einer meiner Schwerpunkte wird der Aufbau der Freizeitarbeit in der Gemeinde sein.“ Angebote für Kinder und Jugendliche will Böhm machen, aber auch generationenübergreifende Veranstaltungen wie Vater-Kind-Wochenenden.

Außen- und Innenwirkung der Andreasgemeinde wolle er gleichermaßen im Blick haben, sagt Böhm. „Diesen Spagat hinzubekommen ist meine große Herausforderung.“ Was damit gemeint ist? Mit 18 hauptamtlichen, 300 ehrenamtlichen Mitarbeitern und rund 2400 Gemeindemitgliedern ist die Andreasgemeinde eine sehr rührige Kirchengemeinde. „Das darf man nicht als Selbstverständlichkeit nehmen. Genauso wenig wie man jene Menschen aus dem Blick verlieren sollte, die der Kirche noch nicht so nahestehen“, sagt Karsten Böhm.

Offiziell in sein Amt eingeführt wird Karsten Böhm am Sonntag, 27. Februar. Der Abendgottesdienst mit Dekan Eberhard Kühn beginnt um 18 Uhr.

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