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Brick-Geschäftführer Kaufmann ist aus dem Rennen.

Hattersheim

Neuer Investor für die Phrix

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Jahrzehntelang liegt die ehemalige Papierfabrik am Mainufer im Dornröschenschlaf. Dann taucht ein Investor auf, der in den alten Gebäuden Lofts einrichten will, doch dann verkauft er die Phrix weiter.

Die ehemalige Papierfabrik Phrix in Okriftel ist an die Prinz von Preussen AG verkauft worden. Das bestätigte die Pressesprecherin des Unternehmens, Margit Schmitt, gestern der FR auf Anfrage. Nähere Informationen wollte die Firma, die ihren Sitz in Bonn hat, „wegen des zurzeit laufenden Bebauungsplanverfahrens“ derzeit nicht geben. Die Prinz von Preussen AG saniert und verkauft vor allem in Düsseldorf und Berlin Wohnimmobilien, die unter Denkmalschutz stehen.

Damit verspricht ein weiterer Investor, die Industriebrache direkt am Main in ein attraktives Wohngebiet umzuwandeln. Bereits 2014 hatte die Offenbacher Firma Brick den Stadtverordneten Pläne vorgelegt, nach denen in der Phrix moderne Lofts eingerichtet werden sollten. Sogar einen Amphibienbus wollte Brick nach dem Londoner Vorbild durch den Main fahren lassen, um die Immobilie für Flughafenmitarbeiter attraktiv zu machen. Im Hintergrund stand damals eine englische Investorengruppe, deren Name im Verborgenen bleiben sollte.

Im Nebel blieb allerdings nicht nur der Name, sondern auch das Geschäftsgebaren der mysteriösen Geldgeber. „Wir haben vom Verkauf erst aus der Presse erfahren“, klagt Brick-Geschäftsführer Jörn Kaufmann, der seinerzeit zusammen mit Günter Daniels das Konzept für die Phrix präsentierte. „Unsere Pläne waren weit gediehen, doch schon seit einer Weile floss kein Geld mehr. Nun stehen wir mit leeren Händen da.“ Nicht richtig sind laut Kaufmann jedoch Spekulationen, die englischen Investoren hätten aufgrund finanzieller Schwierigkeiten die Phrix weiterverkauft. Eine Klage wegen nicht erfüllter Verträge zieht Brick nicht in Erwägung. Jörn Kauffmann: „Die Sache haben wir abgehakt.“

Die ehemalige Papierfabrik, die in Okriftel direkt am Mainufer liegt, hatte seit ihrer Schließung im Jahr 1970 im Dornröschenschlaf gelegen. Lediglich Filmregisseure hatten die halb verfallenen Gebäude hin und wieder als Drehort genutzt. Investoren hatten sich nach Auskunft der Stadt immer mal wieder wegen der attraktiven Lage für das Industriegelände interessiert, die meisten jedoch wollten die Fabrikgebäude abreißen und neu bauen.

Dies wiederum wollte Baudezernentin Karin Schnick (Grüne) nicht. Die Grünen hatten darauf bestanden, dass der Großteil der markanten Gebäude erhalten bleiben müsse. Die Interessen der Stadt, so Schnick, würde auch der neue Investor berücksichtigen. Dazu gehöre der Ensemble-Schutz, hochwertiges Wohnen, weniger Mischbebauung und die Möglichkeit für Radfahrer, am Main entlang zu radeln. Den Stadtverordneten wurde das neue Konzept bereits vorgestellt.

Die FDP-Fraktion bietet heute einen Rundgang für interessierte Bürgerinnen und Bürger an, der um 16 Uhr am Lindenplatz in Eddersheim startet und unter anderem zur Phrix führt. Auf den FDP-Fraktionsvorsitzender Dietrich Muth macht der neue Investor „einen seriösen Eindruck.“ Das Konzept, das dort rund 230 Wohnungen vorsehe, sei gut durchdacht. Eine offene Frage sei allerdings immer noch die zusätzliche Verkehrsbelastung. Damit müssten sich die Stadtverordneten bald befassen.

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