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Vorbildlich: Sozialwohnungen in Hattersheim.
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Vorbildlich: Sozialwohnungen in Hattersheim.

Main-Taunus

Neue Wohnungen dringend nötig

  • Torsten Weigelt
    VonTorsten Weigelt
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Kreisbeigeordneter Baron legt den Sozialbericht vor. Niedrig ist die Arbeitslosenquote. Ein Problem sind fehlende Wohnungen.

Die gute Nachricht: Im Main-Taunus-Kreis herrscht rechnerisch nahezu Vollbeschäftigung. Wie der Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Johannes Baron (FDP) gestern bei der Präsentation des neuen Sozialberichts mitteilte, liegt die Arbeitslosenquote derzeit bei 3,8 Prozent. „Die gesamtwirtschaftliche Lage im Kreis ist hervorragend.“

Allerdings rechnet Baron damit, dass sich die Zahlen bis zum kommenden Jahr deutlich verschlechtern werden – und das ganz unabhängig von der Konjunktur. Grund ist, dass viele der 2500 Flüchtling im Kreisgebiet ihren Lebensunterhalt zunehmend aus den allgemeinen Sozialkassen erhalten. Für den Main-Taunus-Kreis als Optionskommune bedeutet das unter anderem höhere Kosten für das so genannte Arbeitslosengeld II.

In einer Modellrechnung geht der Sozialdezernent davon aus, dass bis Ende 2017 rund 1100 Frauen und Männer zusätzlich als arbeitslos gelten. Dadurch entstünden Mehrkosten von sechs Millionen Euro, von denen der Main-Taunus-Kreis ein Drittel stemmen muss.

Ambitioniertes Integrationsprogramm

Damit bis dahin möglichst viele Geflüchtete auf eigenen Füßen stehen können, hat der Kreis ein ambitioniertes Integrationsprogramm gestartet. „Wir sind der einzige Landkreis in Deutschland, der das in dieser Konsequenz macht“, betonte Baron. Bereits jetzt besuchten rund 1000 Flüchtlinge Integrationskurse der Volkshochschule. Zudem baue die Kreisverwaltung mit zusätzlichen Mitarbeitern ein sogenanntes Übergangsmanagement auf.

So sollen nach dem Vorbild des bereits vorhandenen „Job-Aktiv-Zentrums“ für Langzeitarbeitslose gezielt die Kompetenzen der Flüchtlinge überprüft werden, um die gut Qualifizierten möglichst schnell zu vermitteln. Allerdings warnt Baron vor zu großen Hoffnungen. Nach den bisherigen Erfahrungen seien nur wenige der Asylbewerber in der Lage, den direkten Sprung in den ersten Arbeitsmarkt zu schaffen. Zudem handele es sich bei etwa einem Drittel der Neuankömmlinge um Analphabeten.

Doch nicht nur die Suche nach einem Arbeitsplatz dürfte für viele der Flüchtlinge mühsam werden. Auch der jetzt schon vorhandene Druck auf den Wohnungsmarkt werde noch weiter steigen, sagt Baron voraus. Schließlich müssen anerkannte Asylberechtigte die Gemeinschaftsunterkünfte verlassen. „Das ist unsere größte Herausforderung“, mahnte Baron. Leider sei das bei vielen Lokalpolitikern noch nicht angekommen.

Vorbild Hattersheim

Die Städte und Gemeinden müssten mehr Wohnraum bereitstellen und mit Bebauungsplänen die Voraussetzungen für Neubauten schaffen, forderte der Kreisbeigeordnete. Dass das möglich sei, zeige das Beispiel Hattersheim. In der Mainstadt sei die Bevölkerungszahl auf Grund von neuen Wohngebieten seit 2011 um sieben Prozent gestiegen, während sie in den anderen Main-Taunus-Kommunen nur leicht zunehme oder stagniere.

Lediglich Schwalbach nahm Baron aus seiner Kritik aus. Dort gebe es tatsächlich nur noch eine Baulandreserve von einem einzigen Hektar, alle anderen Kommunen hätten jedoch noch genug Flächen, die ausgewiesen werden könnten.

Im neuen Sozialbericht zieht Johannes Baron auch eine erste Bilanz nach der Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes. Die Befürchtung mancher Kritiker, dass deswegen Stellen abgebaut würden, habe sich nicht bewahrheitet. Stattdessen sei die Zahl der Menschen, die ihr Arbeitseinkommen durch Sozialleistungen aufstocken müssen, zurückgegangen, konstatiert der FDP-Politiker.

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