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Im Neubauprojekt An der Ölmühle wird an sechs Tagen pro Woche gearbeitet. Michael Schick

Hattersheim

Neue Wohnungen für 1000 Menschen in Hattersheim

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Das neue Stadtviertel an der Ölmühle wächst zügig in die Höhe. Das erste Wohngebäude ist bereits im Rohbau fertig.

Die Baukräne sind weithin sichtbar. Sie stehen auf dem vier Hektar großen Gelände an der historischen Ölmühle, das in den nächsten zwei Jahren zu einem neuen Wohnquartier für bis zu 1000 Menschen werden soll. Das Areal liegt zwischen Hessendamm und Schwarzbach an der Regionalparkroute, die von Hattersheim zum Okrifteler Rosarium und weiter in die Weilbacher Kiesgruben führt. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite stehen die Wohnhäuser des „Schokoladenviertels“ auf dem ehemaligen Werksgelände von Sarotti.

Bis vor wenigen Monaten war an der Hattersheimer Ölmühle ein Großparkplatz. Flugreisende stellten hier ihre Autos ab, um sich per Shuttlebus zum Frankfurter Airport fahren zu lassen. Mitte des Jahres hat der Kelkheimer Projektentwickler Günter Horn die Baugruben ausheben lassen. Jetzt ist das erste Gebäude im Rohbau fertig. Und auch die übrigen 28 Mehrfamilienhäuser wachsen zügig in die Höhe.

Das Baugebiet Das Arealam südlichen Stadtand von Hattersheim ist 3,9 Hektar groß.

Quartierszentrumsoll das historische Ölmühlengebäude werden.

363 Wohnungenfür bis zu 1000 Menschen lässt Investor Günter Horn auf der Fläche errichten. 20 Sozialwohnungen sind darunter, die der Stadt übergeben werden. Dazu kommen 224 Mietwohnungen sowie 118 Eigentumswohnungen.

Die 29 Wohngebäudesollen bis spätestens Februar 2021 fertig sein. Bereits Mitte des kommenden Jahres können die ersten Wohnungen bezogen werden. aro

An sechs Tagen in der Woche werde auf der Großbaustelle gearbeitet, Hunderte Bauarbeiter seien im Ölmühlenquartier im Einsatz, sagt Horn, der bereits eine Reihe von Großprojekten in der Region hochgezogen hat – im Taunus, auf der Offenbacher Hafeninsel und im Rheingau. Das jetzt im Rohbau fertige Gebäude wird an die Stadt Hattersheim übergeben, die die Belegungsrechte für die 20 Sozialwohnungen erhält. Weitere 224 Mietwohnungen werden über die Alte Leipziger vermarktet. 118 Eigentumswohnungen verkauft der Investor selbst. 75 Prozent seien bereits vergeben, sagte Geschäftsführer Patrick März der FR. „Das Interesse ist enorm.“

Beim Rundgang über die Baustelle werden die Ausmaße des neuen Wohnviertels deutlich. Ein breiter Boulevard durchzieht das Quartier, die vier- bis fünfgeschossigen Wohngebäude gruppieren sich um Innenhöfe, die später begrünt werden. 32 000 Quadratmeter Wohnfläche würden insgesamt geschaffen, sagt Patrick März. Nur wenige Autos sollen künftig auf den Straßen im Ölmühlenviertel parken. Unter allen Häusern sind Tiefgaragen.

Der Energieversorger Süwag baut im Ölmühlenviertel ein Quartierskraftwerk. Es ist das zweite in der Region. Das erste ist in Kelsterbach (Kreis Groß-Gerau) entstanden und wurde 2018 mit dem hessischen Staatspreis für innovative Energielösungen ausgezeichnet. In Hattersheim werden zwei Blockheizkraftwerke einen Großteil des vor Ort benötigten Stromes erzeugen. Die entstehende Abwärme beheizt die 363 Wohnungen des Quartiers und erwärmt das Brauchwasser. Zusätzlich gibt es sechs Photovoltaikanlagen auf den Dächern.

Erhalten bleiben soll das historische Ölmühlengebäude, dem das neue Hattersheimer Wohnviertel seinen Namen verdankt. Die Projektgesellschaft wird es in Absprache mit dem Denkmalschutz renovieren. Die Räume, in denen zurzeit Architekten und Fachplaner ihre Büros haben, sollen an einen Gastronomiebetrieb verpachtet werden.

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