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Schwalbach

Nest für schräge Vögel

  • Torsten Weigelt
    VonTorsten Weigelt
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Die Tagesstätte für psychisch Erkrankte in Schwalbach feiert einen runden Geburtstag. Die Einrichtung besteht seit 20 Jahren. Wichtig sei ein strukturierter Tagesablauf.

Wer psychisch erkrankt, muss nicht auch noch den Humor verlieren. Das beweisen die Besucher der Tagesstätte am Schwalbacher Ostring, die den „Schrägen Vogel“ zu ihrem Wappentier erkoren haben. Entsprechende Skulpturen entstehen regelmäßig in der Keller-Werkstatt und auch die Theatergruppe, die vor zwei Wochen ihr neues Stück in der benachbarten Limesgemeinde aufgeführt hat, tritt als „Schräge Vögel“ vors Publikum.

Wie wichtig den Besuchern der Schwalbacher Tagesstätte das Theaterspielen ist, machte ihr Sprecher Hans-Joachim Übelacker gestern bei einer Feierstunde zum 20-jährigen Bestehen deutlich. Es liege ihm besonders am Herzen, dass die Gruppe auch im nächsten Jahr weitergeführt werde, sagte er. Seit zwölf Jahren komme er in die Tagesstätte für psychisch Erkrankte. „Dadurch bin ich älter, reifer und selbständiger geworden“, schilderte er. Dazu beigetragen habe das tägliche gemeinsame Kochen und Essen. Aber auch Ausflüge, etwa ins Frankfurter Städel, und den jährlichen Urlaub – diesmal ging es ins ostfriesische Leer – erwähnte Übelacker. „Wir liegen hier nicht faul im Nest“, versicherte der Besucher-Sprecher.

Wichtig sei ein strukturierter Tagesablauf, erläuterte Andrea Müller, die seit 15 Jahren die Arbeit in der Tagesstätte koordiniert. So werde ein Wochenplan erstellt und jeden Morgen würden Angebote und Aufgaben verteilt. Allein schon die sozialen Kontakte in der Gruppe seien für viele der Besucher wichtig. Psychisch erkrankte Menschen säßen sonst oft allein in ihrer Wohnung. Im Vergleich zur Anfangszeit seien mehr Senioren, aber auch mehr junge Leute unter den Klienten der Tagesstätte. Bei den Jugendlichen sei es oft der Schritt in das Berufsleben, der zu Problemen führe, schildert Müller. „Sie brauchen dann eine Stabilisierungsphase.“

Die Zahl der Besucher der Schwalbacher Tagesstätte ist mit den Jahren kontinuierlich gewachsen. 2010 gab es bereits einen größeren Umbau in dem Gebäude am Ostring. Doch der Platz sei schon wieder knapp geworden, sagte Susanne Henrich, stellvertretende Leiterin der Diakonie in Schwalbach. Deshalb wünsche sie sich, in Zukunft das gesamte Gebäude nutzen zu können; die Beratungsstellen könnten eventuell in Räumen der Limesgemeinde unterkommen. Ganz unrealistisch ist das nicht. „Wir kommen darüber ins Gespräch“, versprach Michael Wistof vom Landeswohlfahrtsverband, der für die Finanzierung zuständig ist.

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