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Dreharbeiten zum Krimi von Nele Neuhaus in Bad Soden.
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Dreharbeiten zum Krimi von Nele Neuhaus in Bad Soden.

Nele Neuhaus im ZDF

Nele Neuhaus-Krimi wird verfilmt

Das ZDF verfilmt den siebten Krimibestseller von Nele Neuhaus. Die Dreharbeiten erfolgen in der ganzen Region.

Von Jöran Harders

"Bitte losfahren!“, ruft Regisseur Marcus O. Rosenmüller. Auf sein Kommando setzt sich die große Audi-Limousine in Bewegung. Am Steuer sitzt Schauspieler Tim Bergmann, der das Auto aber schon nach wenigen Metern vor dem Landgasthof Rote Mühle wieder anhält und aussteigt. Die kurze Fahrt wird von vielen Augen beobachtet. Am Rand des Weges hält ein Helfer ein Mikrofon hoch. Eine Kamera zeichnet alles auf, der Kameramann kontrolliert das Ergebnis auf einem Bildschirm. Das Ausflugslokal im Liederbachtal zwischen Kelkheim und Bad Soden ist Schauplatz eines Filmdrehs. Etwa vier Minuten der Verfilmung des Nele-Neuhaus-Krimis „Die Lebenden und die Toten“ spielen dort.

Um die fünf kurzen Szenen abzudrehen, ist das Filmteam mit 40 Mitarbeitern am Drehort. Dazu kommen 16 Komparsen und natürlich die Schauspieler: Tim Bergmann, der wieder die Rolle des Kommissars Oliver von Bodenstein verkörpert, und vier Nebendarsteller. Dass am Ende eines achteinhalbstündigen Drehtags nur wenige Minuten im Kasten sind, ist nicht ungewöhnlich. Bergmann sieht das gelassen. „Mein Beruf hat viel mit Warten zu tun.“ Und auch wenn das Aussteigen aus einem Auto an sich keine große Sache ist, müsse er, wenn die Kamera läuft, voll konzentriert sein. „Auch bei einer scheinbar unbedeutenden Szene habe ich das Drehbuch im Hinterkopf“, erklärt der Schauspieler. „Ich weiß, woher die Figur kommt und wohin sie geht.“ Drei Mal muss Bergmann mit dem Audi den Weg entlangfahren und aussteigen, dann sind Regisseur und Kameramann zufrieden.

Seit April laufen die Dreharbeiten für „Die Lebenden und die Toten“. Vorlage für den ZDF-Fernseh-Zweiteiler ist der siebte Band der Taunuskrimi-Reihe um das Ermittlerduo Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff von Bestsellerautorin Nele Neuhaus. In dem Roman geht es um einen Scharfschützen, der mehrere Menschen erschießt und als „Taunus-Sniper“ die Region um Frankfurt in Angst und Schrecken versetzt. Neben dem Ermittlerduo Tim Bergmann und Felicitas Woll stehen unter anderen die Schauspieler Ulrich Tukur, Tanja Wedhorn und Johanna Gastdorf vor der Kamera. Noch bis Ende Juni wird an mehr als hundert Orten im ganzen Rhein-Main-Gebiet gedreht, darunter auch in Eschborn und im Main-Taunus-Zentrum, in Frankfurt, Bad Homburg, Schmitten, Königstein und im Kronberger Opel Zoo.

„Wenn möglich, machen wir die Aufnahmen an den Originalschauplätzen aus dem Roman“, erklärt Motivaufnahmeleiter Tobias Hofmann. So ist das Ausflugslokal Rote Mühle auch im Buch Ort der Handlung. Doch oft sei es auch notwendig, auf den Dreh an Originalschauplätzen zu verzichten. „Manchmal bekommen wir dort ganz einfach keine Drehgenehmigung“, erläutert Hofmann. In der Regel seien aber künstlerische oder organisatorische Gründe dafür verantwortlich, wenn Schauplätze verändert werden – sei es, dass der Regisseur entscheide, dass sich ein Ort nicht zum Drehen eignet, sei es, dass das zu aufwendig wäre.

Und auch die Handlung eines Kriminalromans muss für eine Verfilmung verändert werden. Denn der Inhalt eines mehr als 500-seitigen Buches lässt sich nicht vollständig in einen Film packen. Um nicht so viel weglassen zu müssen, hat sich Regisseur und Drehbuchautor Rosenmüller wie auch schon bei der filmischen Umsetzung des Vorgängerromans „Böser Wolf“ gemeinsam mit den Produzenten dazu entschieden, aus „Die Lebenden und die Toten“ einen Zweiteiler zu machen. Dennoch müssen sich die Neuhaus-Fans darauf einstellen, dass auch diesmal wieder im Film manches anders ist als im Buch.

Für Tim Bergmann, der in allen bisherigen Nele-Neuhaus-Verfilmungen des ZDF an der Seite von Felicitas Wolf den Kommissar gespielt hat, wird die zweiteilige Form der komplexen Handlung der Romanvorlage besser gerecht als die normale Spielfilmlänge. „Für mich ist es immer wieder spannend zu sehen, wie aus einem Buch ein Film wird“, sagt er. Mittlerweile liest er vor den Dreharbeiten nicht nur das Drehbuch, sondern auch die Kriminalromane von Nele Neuhaus. „Das habe ich anfangs bewusst nicht getan.“ Denn beim Lesen eines Romans entstünden innere Bilder im Kopf, die nicht unbedingt etwas mit dem zu tun haben müssten, was später im Film zu sehen sei.

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