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Reinhold Habicht ist BUND-Aktivist in Flörsheim.
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Reinhold Habicht ist BUND-Aktivist in Flörsheim.

Porträt Reinhold Habicht

Naturschützer aus Überzeugung

Er ist Lobbyist für Störche, Bäche und Menschen. Dafür erhält der Flörsheimer Reinhold Habicht jetzt den Bürgerpreis der Taunussparkasse. Von Jöran Harders

Von Jöran Harders

Das Wort Klimawandel gab es noch nicht, als Reinhold Habicht 1984 beschloss, sich in der ein Jahr zuvor gegründeten Flörsheimer Ortsgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) zu engagieren. "Das war die Zeit, wo wir gemerkt haben, dass in unserem dicht besiedelten Raum für die Natur immer weniger Platz ist", erinnert sich der Familienvater. Seine beiden damals noch kleinen Kinder weckten bei dem heute 62-Jährigen das Interesse für den Umweltschutz. "Die haben mich gefragt, wie die Bäume und Blumen heißen, die wir draußen gesehen haben."

So sei er gleichsam mit der Nase darauf gestoßen worden, sich mit der Natur zu beschäftigen. "Dann habe ich begonnen, mir Gedanken darüber zu machen, wie wir unsere Welt den kommenden Generationen hinterlassen wollen", erzählt Habicht. Gleichgesinnte fand er beim BUND, in dem kurz vorher bereits seine Frau Mitglied geworden war. Was den Naturschutz angeht, seien die 80er Jahre die Zeit gewesen, in der das Umdenken in der Gesellschaft begonnen habe. "Durch den Bau der Startbahn West sind viele aufgerüttelt worden", sagt Reinhold Habicht. "Das hat uns gezeigt, dass wir vor der Haustür etwas unternehmen müssen, um global etwas zu erreichen."

Konsequenterweise warb der Flörsheimer in seiner Umgebung dafür, durch das eigene Handeln dazu beizutragen, die Umwelt weniger zu belasten. "Wir BUND-Mitglieder sind beispielsweise in die Schreibwarengeschäfte gegangen und haben die Händler gebeten, Schulhefte aus Recyclingpapier in ihr Sortiment aufzunehmen. Dann haben wir die Schüler davon überzeugt, dass sie diese Hefte kaufen sollen." Auch die Wirte bekamen den gewandelten Zeitgeist zu spüren. Die BUND-Aktivisten demonstrierten gegen den Verkauf von Schildkrötensuppe, die daraufhin von den Speisekarten verschwand.

Unbequeme Wahrheiten

Eine Herzensangelegenheit ist für Habicht seit Jahren die Renaturierung des Ardelgrabens und des Mainufers. Als Bauingenieur in der Wasserwirtschaft wurde er beim BUND schnell zum Fachmann für alles, was mit Wasser zu tun hat. Seitdem er sich aus den Vorstand zurückgezogen hat - Habicht war zehn Jahre lang Vorsitzender des Flörsheimer BUND - widmet er sich vor allem diesem Thema. Am Herzen liegt dem Naturschützer, der für sein Engagement heute den Bürgerpreis der Stadt Flörsheim bekommt, auch die Wiederansiedlung von Störchen in der Region. Es reiche aber nicht, nur Nistplattformen aufzustellen. "Wir müssen auch dafür sorgen, dass die Vögel hier wieder einen Lebensraum finden."

Sein Wirken für den Naturschutz begreift er immer auch als Einsatz für Menschen. "Wer mir vorwirft, dass ich mich nur um die Natur kümmere, hat nicht verstanden, dass der Mensch nicht ohne eine intakte Umwelt überleben kann", betont er. Unbequeme Wahrheiten spricht er aus, wenn er meint, dass es nötig sei - etwa, wenn es um den Autoverkehr geht. "Die Flörsheimer schimpfen auf den Durchgangsverkehr von außerhalb, fahren aber ihre Kinder mit dem Auto zur Schule."

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