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Naturbad soll kommen

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Von: Torsten Weigelt

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Soll bald abgerissen werden: das alte Taunusbad.
Soll bald abgerissen werden: das alte Taunusbad. © Michael Schick

Schwalbach Kosten von drei Millionen Euro / Halle wird abgerissen

Seit zehn Jahren bröckelt das geschlossene Taunusbad vor sich hin – und die Schwalbacher müssen zum Schwimmen in die Nachbarorte fahren. Das könnte sich bald ändern, zumindest im Sommer. Denn ein Hallenbad wird es definitiv nicht mehr geben. „Das ist unbezahlbar“, sagt Bürgermeisterin Christiane Augsburger (SPD). Aber ein Freibad will die Stadtregierung sich und ihren Bürgern wieder gönnen. 3,3 Millionen Euro soll es kosten.

„Andere Kommunen schließen ihre Bäder, Schwalbach baut sich ein neues“, sagt Augsburger – und wirkt dabei selbst ein wenig ungläubig. Doch mit dem Konzept eines Naturbads seien die Betriebskosten überschaubar.

Wenn man den Berechnungen der Planer glauben kann, wird Schwalbach dabei sogar mit einer „schwarzen Null“ davonkommen. Fällig würden allerdings 217000 Euro pro Jahr für Zinsen und Abschreibungen. Damit die Rechnung aufgeht, müssten 45000 Besucher pro Jahr das Bad bevölkern. Zum Vergleich: Im letzten Betriebsjahr des Taunusbades 2000 waren es 36000. „Ein Naturbad wäre ein Unikat in der ganzen Region“, sagt Christiane Augsburger – und damit eine Attraktion. Den Nachteil nennt die Rathauschefin aber auch: „Wir können das Bad nicht heizen.“ Selbst im Sommer wäre das Wasser selten wärmer als 21 Grad.

Geplant ist ein Becken mit 550 Quadratmetern Wasserfläche und vier 25-Meter-Bahnen. Hinzu kommt ein Nichtschwimmerbecken mit 600 Quadratmetern Fläche. Gereinigt wird das Wasser biologisch in einem abseits liegenden Feuchtgebiet. Einzige technische Einrichtung ist eine Pumpe, mit der das Wasser hin- und hertransportiert wird.

Wichtig sei, dass die Schwalbacher Bürger sich für das neue Schwimmbad engagieren, wirbt Augsburger. So könnten ehrenamtliche Helfer von DLRG und Schwimmclub die Bademeister bei der Aufsicht unterstützen. Augsburger hofft nun auf ein positives Votum der Stadtverordneten. Die schwarz-grüne Koalition hatte sich im Wahlkampf für ein Naturbad starkgemacht. Am 10.?November könnte die Abstimmung im Stadtparlament erfolgen.

Fest steht, dass das alte Hallenbad demnächst abgerissen wird. Bauamtsleiterin Heike Hochheimer rechnet damit, dass schon im November die Bagger anrollen. Was das neue Freibad angeht könnte es den Schwalbachern im Winter noch eine weitere Attraktion bescheren. „Vielleicht kann man dann sogar Schlittschuh laufen“, hofft Augsburger.

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