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Dieses Aktbild des Kelkheimer Künstlers Yuriy Ivashkevich sorgt für Aufregung im Kreishaus Hofheim.
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Dieses Aktbild des Kelkheimer Künstlers Yuriy Ivashkevich sorgt für Aufregung im Kreishaus Hofheim.

Aufregung um Aktbild

Nackte Tatsachen im Kreishaus

Eine Ausstellung mit Aktbildern des Künster erregt die Gemüter der Mitarbeiterinnen im Hofheimer Kreishaus. Von Gesa Fritz

Von GESA FRITZ

Normalerweise kräht nach den Ausstellungen im Kreishaus kaum ein Hahn. Die Besucher nehmen die Bilder beiläufig auf dem Weg zum Job-Aktiv-Zentrum wahr, für Angestellte gehören die wechselnden Werke zum Alltag.

Das ist dieses Mal anders. Stein des Anstoßes ist eine Aktzeichnung von Yuriy Ivashkevich. Auf dem Bild ist eine beleibte Frau zu sehen. Sie sitzt komplett nackt da, mit gespreizten Beinen. Dem Betrachter öffnet sich der freie Blick zwischen ihre Oberschenkel.

Die Ausstellung mit insgesamt 24 Werken des Kelkheimer Künstlers wurde gestern Abend eröffnet, die Bilder hängen jedoch schon seit Donnerstagmorgen im Kreishaus. Seitdem klingelt das Telefon bei der Gleichstellungsbeauftragten im Haus. Mehr als 30 Mitarbeiterinnen hätten sich schon bei ihr beschwert, sagt Christina Lampert. "Die Frauen fühlen sich provoziert", sagt Lampert. Es sei ja "alles" zu sehen, so deren Vorwurf. Männer waren nicht unter den Anrufern.

"Nicht einmal der Hauch von Erotik

Auch der Maler sah sich beim Aufhängen mit harscher Kritik konfrontiert. Mitarbeiterinnen hätten die Bilder als eine "Schweinerei" bezeichnet, als eine "Beleidigung für alle Frauen im Haus". Laut Ivashkevich wurde er von einer Mitarbeiterin aufgefordert, die Bilder abzuhängen.

"Ich verstehe das nicht", sagt der Kelkheimer. Die Bilder seien doch ganz friedlich. "Es ist nicht mal der Hauch von Erotik zu spüren." Auf fast allen Gemälden sind Akte zu sehen - weibliche und männliche. "Warum ärgert sich eigentlich niemand über die nackten Männer?", fragt Ivashkevich und weist darauf hin, dass vor dem Kreishaus die Skulpturen eines nackten Mannes und einer nackten Frau stehen.

Ob der Aufregung hat Landrat Berthold Gall (CDU) die strittigen Bilder selbst begutachtet. "Wir sind ein tolerantes Haus - es gibt keine Zensur", sagte er. Die Ausstellung werde natürlich mit allen Werken eröffnet. Manche würden die Bilder grenzwertig finden, andere nicht, sagte Gall. "Aber Kunst gefällt niemals jedem."

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