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Nachtwächter wollen für Ruhe sorgen

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Ein neues Logo soll dem Widerstand gegen Nachtflüge ein Gesicht geben

Von Oliver Heil

Wir sind jetzt alle Nachtwächter.“ Flörsheims Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD) hatte als Gastgeber in der Kulturscheune das erste Wort bei der Vorstellung der neuen Initiative „Nachtwächter – Wir schützen das Nachtflugverbot“, an der sich derzeit die vier Kommunen Raunheim, Flörsheim, Hattersheim und Hochheim beteiligen.

„Wir wollen deutlich machen, dass die ganze Region für das Nachtflugverbot ist und das wollen wir vor allem über die Region hinaus bekannt machen“, sagte Antenbrink. Den Nachtwächter habe man bewusst gewählt, der habe schließlich früher für Ruhe und Ordnung gesorgt.

Ziel der Initiative ist es, eine Kampagne zu starten, dafür zu sorgen, dass die Bürger etwas haben, mit dem sie Farbe bekennen können. Der Flörsheimer Ausbaugegner Achim Klau hat ein Logo gestaltet – eine Laterne, in deren Innerem kein Docht flackert, sondern eine Flugzeug-Silhouette prangt. Flörsheim hat jeweils 5000 Sticker und Anstecknadeln mit diesem Logo machen lassen, die anderen Städte haben eigene Kontingente bestellt.

Zornige Politiker und Bürger

Normalerweise ist die Aufteilung klar zwischen Bürgern und Politikern: Die Bürger regen sich auf und die Politiker sind abgeklärt. Doch fünf Wochen nach Inbetriebnahme der neuen Landebahn gilt das nicht länger am Untermain. Die Bürgermeisterin von Hochheim, Angelika Munck (FWG) versuchte gar nicht, ihre Wut zu verbergen. „Es ist doch das Allermindeste, das wir nachts schlafen können“, befand sie. „Es gibt ein Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit, ich werde hier misshandelt und das gehört sich nicht.“ Darum werde sie alles tun, um jeden Bürger auf die Straße zu bekommen.

Eine 13-Jährige habe sie gefragt, wie das gehen soll mit sechs Stunden Nachtflugverbot, berichtete Hattersheims Bürgermeisterin Antje Köster (SPD). „Wir müssen doch in der Schule konzentriert sein, hat sie gesagt.“

Selbst der von seinem Wesen her so gelassen wirkende Flörsheimer Bürgermeister Antenbrink sagte einen Satz, der keinen Zweifel an seiner Gemütslage lässt: „Wir haben ja durch die Windrichtung seit ein paar Tagen Ruhe und so langsam kommt dieses Gefühl auf, die Frage, wann der Lärm wieder über uns hereinbricht.“

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