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Montessori will Krippe bauen

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Von: Andrea Rost

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Die Montessori-Schule in Hofheim
Die Montessori-Schule in Hofheim © Michael Schick

Das Hofheimer Montessorizentrum will künftig auch Kinder unter drei Jahren betreuen. Die Anwohner befürchten dadurch allerdings mehr Verkehr.

Die Krippe soll in einem Anbau auf dem bestehenden Schulgelände unterkommen. Zwei Gruppen für je zehn Kinder sind geplant. Der Bebauungsplan für das Gelände vom Haus vom Guten Hirten an der Schlossstraße muss dazu geändert, ein neues kleines Baufenster ausgewiesen werden für das Areal, auf dem der Neubau stehen soll.

Der Magistrat der Kreisstadt hat sich bereits einstimmig für die Bebauungsplanänderung ausgesprochen, spricht von einer „Planerfordernis“, weil die Stadt nicht zuletzt mit den Montessori-Krippenplätzen der Forderung des Gesetzgebers, bis 2013 für 35 Prozent aller Unter-Dreijährigen Betreuungsplätze anzubieten, nachkommen könne. Am Mittwoch entscheidet das Parlament.

Weitgehend unberücksichtigt geblieben sind die Einwände von Anwohnern der Schlossstraße, die durch die neue Kinderkrippe eine „unzumutbare Verkehrsbelastung“ vor ihren Wohnhäusern befürchten. Anders als Schulkinder, die auch mal den Bus benutzten, würden Unter-Dreijährige einzeln im Auto zur Schule gebracht, heißt es im Brief eines Schlossstraßen-Bewohners. Dadurch ergebe sich automatisch eine Erhöhung der Verkehrsbelastung. Die Stadt hält dagegen: Gerade mal um elf Prozent werde der Verkehr laut Prognosen zunehmen, statt 1950 Autos würden künftig 2150 Fahrzeuge in 24 Stunden die Schlossstraße passieren. Damit sei die empfohlene Obergrenze von 4000 Autos für derartige Straßen längst nicht erreicht.

Aus der Sicht von Jörg Boysen, dem Vorsitzenden des Hofheimer Montessori-Zentrums, hat sich die Verkehrsproblematik rund um die Schule durch den Bau eines eigenen Parkplatzes in der letzten Zeit deutlich entschärft. Die Forderung der Anwohner, die Stadt möge die Einhaltung von Tempo 30 besser überwachen, unterstützt er. „Das wäre auch im Interesse unserer Schulkinder.“

„Wir sind dabei, die Geschwindigkeit öfter und strenger zu kontrollieren“, verspricht Planungsdezernent Wolfgang Winckler (SPD). Ansonsten hält er die Verkehrssituation in der Schlossstraße für zumutbar. Der geplanten Änderung des Bebauungsplanes stehe die Diskussion über Verkehrsprobleme nicht im Wege.

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